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GEMEINDEPRÄSIDIUM: Bekommt Reiden eine Lösung auf Zeit?

Gespräche der IG Reiden mit den Parteien scheiterten. Deshalb portiert sie Markus Schwander als neuen Gemeindepräsidenten. Auch die CVP hat nominiert, hält sich aber noch bedeckt.
Ernesto Piazza

«High Noon» in Reiden: Heute Mittag um 12 Uhr ist für die Kandidaten für das Amt des Gemeindepräsidenten Eingabeschluss. Weil die parteiunabhängige IG Reiden eine stille Wahl verhindern will, kandidiert Markus Schwander unter dem Listennamen Aufbruch Reiden für die Nachfolge von Beat Steinmann (FDP). Dieser war nach 64 Tagen aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten.

Es sei nicht schön gewesen, wie man damals Steinmann im Regen habe stehen lassen, sagt Schwander, ehemaliger Co-Präsident der FDP Reiden und langjähriger Schulpflegepräsident. Irgendwie fühle er sich gegenüber seinem Kollegen verpflichtet zu kandidieren, erklärt der 61-jährige Anwalt und Executive Master of Finance auf Anfrage. Schwander und Steinmann arbeiten bei der gleichen Versicherung.

Schwander ist sich jedoch bewusst: «Mit dem Präsidium würde eine äusserst schwierige Aufgabe auf mich zukommen.» Und spätestens seit die Reider Exekutive am 7. Dezember an der Gemeindeversammlung schonungslos über die verschiedenen Baustellen informierte, ist ihm klar: «40 Stellenprozent für das Amt des Gemeindepräsidenten sind knapp. Vieles muss noch angepackt und aufgegleist werden.» Da müsse man bereit sein, im Interesse der Allgemeinheit etwas mehr zu arbeiten. Nur so ergebe sich die Chance, Reiden rasch weiterzubringen und die vielen Gräben zuzuschütten.

«Ich wurde von diversen Seiten angefragt»

Dass sich Schwander für eine Kandidatur entschieden hat, begründet er auch so: «Ich wurde in den vergangenen Wochen von diversen Seiten angefragt. Darunter waren auch Stimmen von Parteiexponenten.» Es gebe in der Gemeinde zwar zweifellos genügend fähige Personen, sagt er. Nur: Sie hätten gute Jobs in der Privatwirtschaft, eigene Unternehmen oder junge Familien, und wollten sich für dieses Amt nicht engagieren.

Schwander wird im Oktober 62 Jahre alt und kann zu diesem Zeitpunkt in Pension gehen. Das ist ein Privileg, welches seine Arbeitgeberin noch bietet. Da der Jurist und Inhaber eines Notariatspatents eigentlich plant, noch einige Jahre als Anwalt und Notar selbstständig tätig zu sein, sähe er seine Person als Übergangslösung. «Sollte ich gewählt werden, würde ich mich explizit für die angefangene Legislatur zur Verfügung stellen.»

Wenn es der 61-Jährige schafft, würde die parteiunabhängige IG Reiden neben Bruno Aecher­li (parteilos) und Esther Steinmann (FDP) ein weiteres Ratsmitglied in der fünfköpfigen Exekutive stellen. Doch Schwander hält fest: «Die IG ist an einem personellen Übergewicht nicht interessiert.» Denn für ihn darf es «nicht mehr ums Interesse der Parteien gehen». Es sei an der Zeit, dass in Reiden die Sachpolitik ins Zentrum gerückt werde.

Die anderen Parteien halten sich noch zurück

Und wie sieht es bei den Parteien betreffend eine Kandidatur aus? «Wir sind noch mit zwei Personen in Kontakt», sagte SVP-Präsident Ivo Müller am Freitagnachmittag. Eine Nominierung seinerseits schliesst er aber aus. Die Partei dürfte sich kurzfristig entscheiden. Vorausgesetzt, man finde noch eine geeignete Kandidatur, so Müller. Jemanden mit dem notwendigen Rüstzeug und den erforderlichen Charaktereigenschaften– speziell aus der Wirtschaft – rekrutieren zu können, sei aber sehr schwierig. Als Grund nennt er vor allem auch das inzwischen erhöhte Pensum von 40 Prozent und mehr. Die SVP ist mit Bruno Geiser in der Exekutive vertreten.

Die CVP traf sich gestern Abend zu einer Informations- respektive Nominationsveranstaltung. Dabei ist die Partei fündig geworden. «Wir haben ein CVP-Mitglied für das Gemeindepräsidium nominiert», bestätigt Parteipräsidentin Marianne Schärli auf Anfrage. Um wen es sich beim Kandidaten handelt, wollte Schärli noch nicht mitteilen. Die CVP ist momentan nicht im Gemeinderat vertreten.

Die FDP diskutiere nach wie vor verschiedene Varianten und Personen, sagt deren Gemeinderat und Parteileitungsmitglied Willi Zürcher. Am Wochenende tagte die Parteileitung nochmals. «Natürlich will man versuchen, den Sitz von Beat Steinmann zu halten», erklärt Zürcher. Ganz generell sagt er aber: «Es muss vor allem eine Person sein, welche der momentanen Situation in Reiden gewachsen ist.»

Die Wahl des Gemeindepräsidenten findet am 21. Mai statt.

Ernesto Piazza

ernesto.piazza

@luzernerzeitung.ch

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