Gemeinderat lehnt weiteren Grosskreisel für Emmen ab

Ein überparteilicher Vorstoss fordert die Prüfung eines Einbahnregimes auf Gerliswil-, Gersag- und Rüeggisingerstrasse. Die Gemeinde Emmen hat dies bereits prüfen lassen. Fazit: Ein Grosskreisel bringt keine Verbesserungen für den Verkehrsfluss.

Beatrice Vogel
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Der Sonnenplatz in Emmenbrücke. Der Verkehrsknoten ist heute unbefriedigend. (Bild: Boris Bürgisser, 23. Januar 2019)

Der Sonnenplatz in Emmenbrücke. Der Verkehrsknoten ist heute unbefriedigend. (Bild: Boris Bürgisser, 23. Januar 2019)

Die Verkehrssituation im Zentrum von Emmenbrücke ist heute unbefriedigend. Auf der Gerliswilstrasse staut sich zu Stosszeiten der Verkehr, ein gut frequentierter Fussgängerstreifen am Sonnenplatz vermindert die Kapazität der Strasse und am Bahnhof Gersag sind die Bushaltestellen ungünstig gelegen. So nehmen es einige Einwohneräte der SVP, SP und Grünen wahr. Sie haben deshalb ein Postulat eingereicht, das die Prüfung eins Einbahnregimes auf der Gerliswil-, Gersag- und Rüeggisingerstrasse fordert – also einen Grosskreisel ähnlich wie am Seetalplatz. Der Bus soll derweil in beide Richtungen auf einer separaten Busspur verkehren können.

Der Gemeinderat hält allerdings nichts von einem solchen Regime und lehnt diese Forderung ab. Das schreibt er in seiner Antwort auf den Vorstoss. Er stützt sich dabei auf Berechnungen, die der Kanton im Rahmen der ohnehin geplanten Umgestaltung der Gerliswilstrasse durch externe Verkehrsingenieure vornehmen liess. Demnach würde die zur Verfügung stehende Verkehrsfläche bei einem Einbahnregime mit Busspuren praktisch halbiert. Simulationen zeigten, dass es zu Stosszeiten erhebliche Rückstaus gäbe. Der Gemeinderat hält fest:

«Für den motorisierten Individualverkehr bedeutet dies eine massive Verschlechterung.»

Auch der ÖV würde gemäss der Postulatsantwort nicht profitieren. Denn nötig wäre eine elektronische Busspur (EBS). Nur: Bevor der Bus diese befahren kann, muss er sich ins System anmelden und die Freigabe abwarten. Nach dem Befahren ist eine Abmeldung nötig. Wegen hoher Frequenzen käme es zu «unverhältnismässig» lange Warte- und damit hohe Verlustzeiten. Schliesslich sei die Verkehrsführung sowohl für Velofahrer als auch für den Schwerverkehr ein Problem.

Zwei Forderungen des Vorstosses – Bushaltestelle Gersag ausserhalb der Fahrbahn sowie Prüfung der Fussgängerstreifen am Sonnenplatz – werden im Rahmen der Projekte Bushub Gersag sowie Leistungssteigerung der Gerliswilstrasse bearbeitet. Deshalb ist der Gemeinderat bereit, das Postulat teilweise entgegenzunehmen.

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