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Hochdorfer Gemeinderat pocht auf Südumfahrung

Der Gemeinderat will die Zentrumsentlastung vorantreiben – und hält an einer Südumfahrung fest. Schützenhilfe bekommt er von der Idee Seetal. Doch auch bei dieser Variante zeigt sich Widerstand.
Ernesto Piazza
Zu Stosszeiten stauen sich die Autos in Hochdorf regelmässig. (Bild: Dominik Wunderli, 21. Oktober 2014)

Zu Stosszeiten stauen sich die Autos in Hochdorf regelmässig. (Bild: Dominik Wunderli, 21. Oktober 2014)

Speziell zu Rush-Hour-Zeiten erstickt der Hochdorfer Dorfkern praktisch im Verkehr. Den Braui-Kreisel als neuralgischen Punkt passieren täglich zirka 20 000 Fahrzeuge. Das ist dem Gemeinderat zu viel. Er will das Zentrum um 5200 Fahrzeuge entlasten; und zwar mit einer Südumfahrung. Der dadurch erhoffte Entlastungseffekt liegt bei 20 bis 35 Prozent. «Damit geben wir den Dorfkern wieder vermehrt den Leuten zurück und schaffen so deutlich mehr Sicherheit sowie Aufenthaltsqualität», ist der für das Ressort Bau, Verkehr und Umwelt zuständige Gemeinderat Roland Emmenegger (FDP) überzeugt.

Bei der zur Diskussion stehenden Südumfahrung geht es um die Verbindung zwischen der Luzernstrasse im Gebiet Wirtlenwald und der Industriestrasse dorfauswärts Richtung Römerswil/Hildisrieden (siehe Grafik). Mit der Variante steht auch eine teilweise Aufhebung der Ligschwilstrasse sowie der Ballwilstrasse von Ballwil nach Urswil zur Diskussion.

Geld vorerst nur für Planung vorhanden

Der geplante Abschnitt liegt in der Kompetenz des Kantons. In diesem Zusammenhang hat die Dienststelle Verkehr und Infrastruktur eine Auslegeordnung über das gesamte Seetal gemacht und sämtliche Verkehrsträger berücksichtigt. Zudem wurde ein Gesamtverkehrskonzept erstellt.

Im Entwurf des Bauprogramms 2019-2022 sind nun die Massnahmen aus diesem Konzept K16 Seetal grossmehrheitlich enthalten. Dabei handelt es sich um Planungskosten von 2,5 Millionen Franken: 500 000 Franken im Topf A, zwei Millionen im Topf B. Der eigentliche Bau fällt in den Topf C – allerdings fehlt dort noch eine Investitionssumme.

Im November entscheidet der Kantonsrat definitiv über das Bauprogramm 2019-2022. Bereits heute sagt Emmenegger jedoch: «Die Idee Seetal und alle zehn Verbandsgemeinden tragen das Gesamtverkehrskonzept K16 Seetal solidarisch und mit einer Stimme.» Eine grosse Einigkeit herrscht auch bei der Hochdorfer Bevölkerung. Die anfangs 2015 durchgeführte Umfrage zeigte ein deutliches Resultat. 85 Prozent sprachen sich damals für eine Verkehrsentlastung im Zentrum aus. 78 Prozent wollen diese mittels Umfahrung. 70 Prozent befürworten eine Entlastung ausserhalb des Siedlungsgebiets.

Umfahrung kommt für Direktbetroffene nicht in Frage

Obwohl das Projekt in der Kompetenz des Kantons liegt, informierte der Hochdorfer Gemeinderat unlängst die davon tangierten Grundeigentümer über die Pläne. Genauso nahm er mit Interessengruppen Kontakt auf. Die in der Folge gemachte, kurze Umfrage vermittelt ein deutliches Ergebnis. Eine Umfahrung kommt für die meisten Direktbetroffenen auch in dieser Form nicht in Frage, sagt Emmenegger. Einige Grundeigentümer können sich weder auf, neben oder unter ihrem Landstück eine Linienführung vorstellen.

Zudem zeigte die Umfrage, dass für sie eine Südumfahrung und der daraus mögliche Landtausch oder Güterzusammenlegungen keinen Mehrwert ergibt. Die vom Gemeinderat vorgeschlagene Arbeitsgruppe findet ebenfalls keine Resonanz. «Es gibt wie erwartet Widerstand», formuliert Emmenegger knapp und klar. So meldet sich die IG querfeldNein auf ihrer Website dazu auch zu Wort. Sie wehrte sich bereits gegen den Bau der Talstrasse. Dieses Projekt hatte der Kantonsrat im November 2014 bachab geschickt. Weil die IG aber nicht als Grundbesitzer von einer allfälligen Südumfahrung betroffen wäre, gibt sie «grundsätzlichere Kommentare» ab. Für sie gehört eine Südumfahrung nicht zu den Optimierungen auf den bestehenden Verkehrsachsen.

Angesichts der knappen Kantonsfinanzen glaubt die IG «nicht an diese teure Maximalvariante». Zudem stelle die Version immer noch eine Ausweitung der Verkehrsfläche dar, die erfahrungsgemäss mehr Verkehr generiere. Und obwohl ein Tunnel im betreffenden Abschnitt die Bodenressourcen schonen würde, löse er die Probleme vor und nach den Portalen nicht.

Kanton soll Bauprogramm anpassen

Trotzdem will Hochdorf nun als nächsten Schritt zusammen mit der Idee Seetal erreichen, dass der Entwurf des Bauprogramms angepasst wird. Die Südumfahrung mit Planungskosten von 2,5 Millionen soll in den Topf A aufgenommen, der Bau mit einer Investitionssumme versehen und von Topf C in Topf B vorgetragen werden. «Die Bevölkerung hat uns hier einen klaren Auftrag erteilt», so Emmenegger. «Wenn die Südumfahrung nicht kommt, bringen alle andern Massnahmen nicht die gewünschte Verkehrsentlastung im Zentrum.»

Damit spricht er die weiteren, vom Gemeinderat definierten Strategien für eine Verkehrsentlastung im Hochdorfer Dorfkern an. Dazu gehören neben der Umfahrung auch die Umgestaltung des Zentrums, die Organisation mit Ausbau des öffentlichen Verkehrs und einem Carsharing, die Umfahrung der Industriestrasse und die Netzergänzung. Emmenegger hofft «auf einen zügigen demokratischen Prozess». Die IG sieht jedoch beim Durchlaufen all dieser Instanzen «Jahre, wenn nicht Jahrzehnte». Diese Zeit könne und müsse ab sofort für alternative Massnahmen genutzt werden. Emmenegger hingegen erwartet in den nächsten vier Jahren eine umfassende Projektplanung, sodass anschliessend eine Abstimmung erfolgt und das Baugesuch aufgelegt werden kann.

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