Gemeinderatswahlen Roggliswil: Das Präsidium soll in der Familie bleiben

Josef Steinmann kandidiert kurzfristig nicht mehr für den Gemeinderat Roggliswil. Sein Cousin springt ein.

Martina Odermatt
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Nun also doch: Lange war unklar, ob die Gemeinde Roggliswil auf der Suche nach einem Nachfolger für den amtierenden Gemeindepräsidenten Josef Steinmann erfolgreich sein würde. Nun folgt die erleichternde Gewissheit: Beat Steinmann, Cousin von Josef Steinmann, wird in dessen Fussstapfen treten.

Der 53-jährige Familienvater führt eine eigene Informatik-Firma. In der Politik ist er kein unbeschriebenes Blatt. Er ist Präsident der Wohnbaugenossenschaft Roggliswil. Und auch mit dem Gemeindepräsidium hatte er bereits einmal geliebäugelt – das war vor acht Jahren. Bekanntermassen nahm das Amt aber sein Cousin ein. «Die Zeit für mich war damals noch nicht reif, aus familiären und beruflichen Gründen», sagt Beat Steinmann.

Nun, acht Jahre später, soll es aber doch noch klappen mit dem Präsidialamt. Ihn für eine Kandidatur motiviert hat die Sozialvorsteherin Brigitte Purtschert-Heller. «Wir hatten ein gutes Gespräch, sie hat mich ermutigt, mich zu bewerben.» Und dennoch: Steinmann sagte nicht sofort zu. Denn «so eine Entscheidung muss gut überlegt sein.» Er überprüfte, ob er dieses Pensum im Gemeinderat antreten kann, und nach einem Gespräch mit dem amtierenden Gemeindepräsidenten gab er die Zusage. Steinmanns Motivation: Er will mit anpacken, die Zukunft des Dorfes mitgestalten. «Ich bin mir das vom Aufbau meiner Firma her gewohnt, ich bin ein Macher-Typ.»

IG Roggliswil erleichtert

Bei der IG Roggliswil, die nach der Rücktrittserklärung von Josef Steinmann mit der Suche nach einem Nachfolger beauftragt wurde, zeigt man sich erleichtert aufgrund der neusten Entwicklungen. «Wir sind froh, können wir unseren Bürgern für die Gesamterneuerungswahlen Ende März einen valablen Kandidaten präsentieren», sagt Urs Geiser, Präsident der Interessengemeinschaft Roggliswil. Da in Roggliswil praktisch kein Parteileben mehr stattfindet, sollte sie die Nachfolge regeln.

Die Suche war nicht einfach. Bis vor kurzem hat der jetzige Gemeindepräsident Josef Steinmann (parteilos) gesagt, er bleibe noch zwei Jahre im Amt. Aufgrund eines personellen Engpasses auf seinem Bauernhof, der sich über die vergangenen Festtage zugespitzt hatte, gab Steinmann jedoch überraschend bekannt, nicht nochmals anzutreten (Ausgabe vom 18. Januar).

20 Leute besuchten Orientierungsversammlung

Seit diesem Entscheid liefen in Roggliswil die Vorbereitungen für eine Nachfolge Steinmanns auf Hochtouren. Die IG hatte am Dienstagabend zu einer Orientierungsversammlung geladen, wo über die zu besetzenden Ämter im Gemeinderat und in den Kommissionen informiert wurde. Gut 20 Leute hätten an dem Anlass teilgenommen, sagt Urs Geiser. So auch Beat Steinmann. «Ich bin zufrieden über die Anzahl Interessenten.» Verschiedene Leute hätten sich auch für die offenen Sitze in der Controlling- und der Bildungskommission begeistern können.

«Einen Nachfolger für den Gemeindepräsidenten zu finden, war aufgrund der knappen Zeit und der Grösse Roggliswils kein einfaches Unterfangen.» Viele Interessenten hätten sich etwa daran gestört, dass die Entscheidung so kurzfristig gefällt werden musste.

Der aktuelle Gemeinderat gab sich allerdings durchaus flexibel. Sozialvorsteherin Brigitte Purtschert-Heller sagte zwar auf Anfrage, sie möchte das Amt nicht wechseln. Urs Geiser lässt aber durchblicken, dass sie mit sich hätte reden lassen, falls sich ein Kandidat noch nicht gleich ans Präsidialamt herangewagt hätte. Doch das ist nun nicht nötig. Nach acht Jahren wird Beat Steinmann das Zepter übernehmen.

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