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GEMEINDEREFORM: Ein Mann der Verwaltung

In einem Jahr wird der bisherige Gemeindeschreiber André Wespi (44) Gemeinde-CEO. Er ist schon seit über 20 Jahren im Dienst der Gemeinde.
André Wespi am Weg zum ­Michaelskreuz oberhalb von Root. (Bild Dominik Wunderli)

André Wespi am Weg zum ­Michaelskreuz oberhalb von Root. (Bild Dominik Wunderli)

Beatrice Vogel

der neuen Gemeindeordnung, die im Mai durch das Stimmvolk verabschiedet wurde, wird Root auch ein neues Führungsmodell erhalten. Die fünf Gemeinderäte werden nur noch in einem 25-Prozent-Pensum angestellt sein und sich auf die strategische Führung konzentrieren. Die operative Leitung wird von einem Geschäftsführer mit vier weiteren Geschäftsleitungsmitgliedern übernommen. Das neue Führungsmodell wird per 1. September 2016 umgesetzt (Ausgabe vom 21. Mai).

Seit 16 Jahren Gemeindeschreiber

Geschäftsführer wird André Wespi (44). Er ist in Root alles andere als ein unbekanntes Gesicht: Bereits seit 1999 ist er Gemeindeschreiber und Notar. Zuvor war er fünf Jahre im Steueramt Root tätig. Ausserdem ist er Präsident des Luzerner Notarenverbands. Wespi, der ursprünglich aus Neuenkirch kommt und dort die KV-Lehre auf der Gemeindeverwaltung absolviert hat, lebt seit 1995 in Root. Gemeinsam mit seiner Frau geht er gerne in die Berge – Wandern und Skifahren. Auch im Rontal ist er des Öftern zu Fuss anzutreffen; beispielsweise auf dem Michaelskreuz, von wo man eine gute Weitsicht über das Luzerner Mittelland hat. Daneben macht er regelmässig Fitnesstraining und bastelt zu Hause an ferngesteuerten Modellautos und -schiffen. «Das ist ein schöner praktischer Ausgleich zum Büroalltag», sagt er.

Vier weitere Geschäftsleiter

Neben André Wespi, der in Personalunion die Geschäftsführung und die Abteilung Dienstleistungen übernimmt, welche die Bereiche Kanzleidienste und Liegenschaften/Unterhalt/Werkdienst umfasst, werden vier weitere Mitglieder in der neuen Geschäftsleitung als Abteilungsleiter vertreten sein: Jost Hildebrand (Finanzen und zentrale Dienste), Monika Marbacher (Soziales und Gesundheit), Silvia Bucher (Bau und Infrastruktur) sowie Viktor Bühlmann (Bildung). Sie alle arbeiten schon mindestens vier Jahre auf der Gemeindeverwaltung Root und leiten diese Abteilungen schon heute. Jede Abteilung entspricht einem Gemeinderatsressort.

«Inhaltlich wird sich wenig ändern»

«Inhaltlich wird sich wenig ändern. Unsere Aufgaben bleiben die gleichen», sagt Wespi. «Die grösste Veränderung wird die Neuverteilung der Entscheidungskompetenzen sein.» Im Moment muss über viele Sachentscheide noch der Gemeinderat befinden. Die Verwaltung muss also jeweils die Gemeinderatssitzungen abwarten, bis etwa eine Baubewilligung erteilt werden kann. Künftig können solche Entscheidungen durch den Abteilungsleiter oder den Geschäftsführer gefällt werden. «Dadurch können wir effizienter arbeiten», erklärt Wespi.

Wie die Kompetenzen genau verteilt werden, das wird die neue Geschäftsleitung in den nächsten Monaten ausarbeiten. «In den Reglementen, Verordnungen und Richtlinien ist heute nur der Gemeinderat entscheidungsberechtigt», so Wespi. «Diese müssen wir nun im Einzelnen durchgehen und diskutieren, was in wessen Zuständigkeit gehört.» Auch die Finanz- und Kompetenzordnung – das «Kernstück», wie Wespi es nennt – muss angepasst werden. Wichtig sei, dass die Rechtssicherheit gewährleistet sei, vor allem wenn es um den Einsatz von finanziellen Mitteln gehe. So müsse entschieden werden, ob die Abteilung allein walten kann oder ob der Geschäftsführer mitunterzeichnen muss. Die neue Kompetenzverteilung muss in Bezug auf die Reglemente vom Stimmvolk abgesegnet werden. Es ist vorgesehen, dass dies im November an der Gemeindeversammlung geschieht.

Kein Gemeindeammann mehr

Eine grosse Veränderung wird auch die Aufhebung des Postens des Gemeindeammanns mit sich bringen, der neu ein «normaler» Gemeinderat mit Ressort sein wird. Die meisten seiner bisherigen Aufgaben werden auf die Verwaltung verteilt. «Unser Gemeindeammann James Sattler hat sehr viel allein erledigt. Da wird es Verschiebungen in der ganzen Verwaltung geben», sagt André Wes­pi. Um die Pensenreduktion der Gemeinderäte zu kompensieren werden ausserdem zwei neue Verwaltungsstellen geschaffen.

Interessant am neuen Führungsmodell in Root ist zudem, dass die einzelnen Bereiche unter den Abteilungen verschiebbar sind. Ein Beispiel: Der Bereich Personal gehört eigentlich in die Abteilung Geschäftsführung beziehungsweise zum Ressort Präsidiales. Dennoch wird sie in der Abteilung Finanzen und zentrale Dienste angesiedelt sein. «Dies einfach aus dem Grund, dass Jost Hildebrand das grösste Know-how im Personalwesen hat und somit am meisten Kompetenzen in dem Bereich», so Wespi. Sollten einmal neue Abteilungsleiter angestellt werden, könne dieser Bereich einfach in eine andere Abteilung verschoben werden. Wespi: «Das gibt uns die Möglichkeit, kurzfristig flexibel zu reagieren und die vorhandenen Kompetenzen optimal auszunützen.»

Wer Bescheid weiss, entscheidet

André Wespi hält das neue Führungsmodell für sehr vorteilhaft: «Heute muss der Gemeinderat sich in alle Geschäfte einlesen, während die Verwaltung diese bis ins Detail kennt. Wenn jene Leute die Entscheidungskompetenz erhalten, welche sich mit der Materie detailliert auskennen, kann das nur Vorteile haben.» Trotzdem bleibe der Gemeinderat nach wie vor über die Geschäfte informiert, sodass er die strategische Arbeit kompetent ausführen könne. Daneben mache das Modell die Gemeinderatsmandate attraktiver, da man daneben erwerbstätig sein könne. «Und auch für die Verwaltung ist der Job attraktiver, wenn man mehr Entscheidungskompetenz besitzt», so Wespi. Die Hauptsache jedoch sei, und das sei für die Bevölkerung das Wichtigste, dass die Leistung stimme, schliesst er.

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