GENERALVERSAMMLUNG LZ MEDIEN HOLDING: Kleineres Gremium gibt zu reden

Die LZ Medien Holding verkleinert ihren Verwaltungsrat: Hans Kaufmann und sechs weitere Mitglieder wurden geehrt.

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Der zurücktretende Verwaltungsratspräsident Hans Kaufmann, Ehrenpräsident Markus Kündig und der neue Präsident Erwin Bachmann. (Bild Remo Nägeli/Neue LZ)

Der zurücktretende Verwaltungsratspräsident Hans Kaufmann, Ehrenpräsident Markus Kündig und der neue Präsident Erwin Bachmann. (Bild Remo Nägeli/Neue LZ)

Zum Abschied nach siebenjähriger Tätigkeit als Verwaltungsratspräsident erhielt Hans Kaufmann viel Applaus und eine «symbolhaft währschafte» Figur des Künstlers Rolf Brem. Er habe höchstens mit einem Zinnbecher gerechnet und unter dem verdeckten Tuch gar eine Nähmaschine erwartet, sagte der bald 68-jährige frühere Mitbesitzer des Versandhauses Ackermann vor den gut 311 Aktionären und fast nochmals so vielen Gästen im Luzerner KKL.

Abschluss mit Neubau
Kaufmann war bereits seit 1991 im Aufsichtsgremium der «Tagblatt»-Herausgeberin und machte alle Fusionen und Projekte der Mediengruppe an vorderster Front mit. Seine letzte grosse Aufgabe ist das nun faktisch fertige LZ Medienzentrum an der Luzerner Maihofstrasse. Und Kaufmann wird als oberster Projektverantwortlicher den Bau noch selber abnehmen.

Er hatte seinen Rücktritt als Verwaltungsrat bereits vor zwei Jahren angekündigt. Ohne Gegenstimme wählten die anwesenden Aktionäre Erwin Bachmann als Nachfolger zum Präsidenten. Kaufmann bezeichnete Bachmann als «Mister LZ-Medien», und das Präsidium kröne eine über 20-jährige Tätigkeit zu Gunsten der Gruppe. Bachmann wird Präsident eines deutlich kleineren Gremiums: Neben Kaufmann stehen sechs weitere Mitglieder nicht mehr zur Verfügung. Unter ihnen beispielsweise der Nidwaldner Regierungsrat Meinrad Hofmann oder der Urner Franz Steinegger, der ebenfalls 1991 in den Verwaltungsrat kam.

Stäheli und Schnyder neu im VR
Die NZZ als Mehrheitsaktionärin ist dafür mit zwei zusätzlichen Vertretern im Gremium: NZZ-CEO Albert P. Stäheli und der Finanzchef Jörg Schnyder wurden in globo und ohne Gegenstimme gewählt. Die Ernennung war unbestritten, eine kurze Diskussion entstand um eine Statutenänderung. Der Verwaltungsrat wollte die Zahl der Mitglieder zwischen «einem und mehreren» ganz offen lassen. Kleinaktionär Erwin Wicki aus Hildisrieden stellte zum Schutz der Minderheitseigentümer einen Gegenantrag und wollte die Zahl der Mitglieder auf «3 bis 7» festlegen.»

Nach einer kurzen Beratung über das weitere Vorgehen ging NZZ-CEO Stäheli auf die Bühne und signalisierte, man werde den Gegenantrag unterstützen. Man liess die ursprüngliche Formulierung fallen, und die Aktionäre stimmten bloss über den Gegenvorschlag von Wicki ab. Dieser wurde einstimmig angenommen.

Stefan Waldvogel