Genossenschaften werden überrannt

Genossenschaften verzeichnen in der Stadt Luzern einen Mitgliederanstieg wie noch nie. Die ersten müssen bereits die Aufnahmebedingungen verschärfen. Andere werden sogar Banken vorgezogen.

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Andi Willinig und Benno Wyss von der EBG stehen vor einem neuen Gebäude im Sternmatt-Quartier. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

Andi Willinig und Benno Wyss von der EBG stehen vor einem neuen Gebäude im Sternmatt-Quartier. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

In Zeiten von Finanzkrise und Wohnungsknappheit blüht in der Stadt Luzern eine alte Organisationsform richtiggehend auf: die Genossenschaft. Die städtischen Wohnbaugenossenschaften sind dermassen begehrt, dass erste Organisationen sich nun gezwungen sehen, ihre Aufnahmekriterien zu verschärfen. So zum Beispiel die Wohngenossenschaft Geissenstein EBG. «Wir werden zurzeit richtiggehend überrannt», sagt Geschäftsführer Andi Willinig. «Deshalb mussten wir die Hürde für Aufnahme- und Bewerbungsgesuche erhöhen.» Wer bei der EBG Mitglied sein will, der ist neu verpflichtet, seine Kreditwürdigkeit zu belegen, sprich dem Mitgliedsformular einen Auszug aus dem Betreibungsregister beizulegen.

Genossenschaftsbeitrag limitiert

Einen ähnlichen Mitglieder-Run verzeichnet auch die grösste Genossenschaft in der Stadt Luzern, die Allgemeine Baugenossenschaft Luzern (ABL). Über 320 Personen sind im vergangenen Jahr der Genossenschaft beigetreten. Zwar hat die ABL ihre in den Statuten festgehaltenen Aufnahmerichtlinien nicht verschärft, sie musste allerdings einem ganz anderen Phänomen entgegenwirken: «Da wir einen besseren Zins als die meisten Banken und eine sehr grosse Sicherheit bieten, fingen Leute an, bei uns systematisch ihr Geld anzulegen», sagt Markus Schmid, Präsident der ABL. Um keine Spekulanten anzuziehen, hat die ABL das Genossenschafts-Anteilkapital nun auf maximal 50'000 Franken limitiert.

Andreas Bättig

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