GEOTHERMIE: Luzern setzt auf Wärme aus der Tiefe

Im Kanton Luzern soll die tief unter der Oberfläche vorhandene Wärme zur Energiegewinnung genutzt werden. Die Konzessionsdauer für Geothermie-Anlagen beträgt 40 Jahre.

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In Karlsruhe besteht schon eine Geothermie, die bis 3000 Meter in die Tiefe reicht. (Bild: BMU/Rupert Oberhäuser)

In Karlsruhe besteht schon eine Geothermie, die bis 3000 Meter in die Tiefe reicht. (Bild: BMU/Rupert Oberhäuser)

Bei der Tiefengeothermie geht es um die Nutzung von Erdwärme aus 400 bis 5000 Metern Tiefe. Im dortigen Erdreich herrschen Temperaturen von 40 bis 170 Grad. Der Kantonsrat beschloss das Gesetz über die Gewinnung von Bodenschätzen und die Nutzung des Untergrundes in zweiter Lesung mit 85 gegen 21 Stimmen. Die Bestimmungen ersetzen das Bergregalgesetz von 1918.

Abgelehnt wurde die Vorlage von der SVP-Fraktion. Sie verlangte vergeblich eine Staatshaftung bei allfälligen Schäden durch Geothermie-Anlangen. Der Gewinn solcher Energieanlagen würde in die Tasche der Betreiberfirma fliessen, das Risiko aber zu Lasten der Anwohner gehen, sagte Armin Hartmann (SVP, Schlierbach).

Bohrturm auf dem Areal in Kleinhüningen (Archiv). (Bild: Keystone)

Bohrturm auf dem Areal in Kleinhüningen (Archiv). (Bild: Keystone)

Die Ratsmehrheit erachtete den geplanten Versicherungsschutz jedoch als genügend. Die Regierung verlangt von den Betreibern eine ausreichende Haftpflichtversicherung. In Kleinhüningen BS kam es 2006 nach einer 5 Kilometer tiefen Bohrung zu einem Erdbeben der Stärke 3,4. Anwohner wurden für Schäden mit mehreren Millionen Franken vergütet.

Konzessiondauer 40 Jahre

In der zweiten Lesung ging es vor allem noch um die Festlegung der Konzessionsdauer für Geothermie-Anlagen. In der ersten Lesung reichten die Vorschläge von 30 bis 60 Jahre. Die CVP beantragte mit Verweis auf den Kanton Aargau 60 Jahre. Das Parlament folgte aber der Regierung und setzte die Frist bei 40 Jahre fest.

Bei solchen Wärmeanlagen würde niemand wirtschaftliche Kalkulationen über 60 Jahre hinweg machen, sagte Josef Langenegger (FDP, Malters). Silvana Beeler (SP/JUSO, Ebikon) erklärte, dass es möglich sei, die Anlagen über 15 Jahre zu amortisieren.

Regierung vergibt Konzession

Gemäss des neuen Gesetzes braucht es in Luzern für Probebohrungen und seismische Abklärungen ausdrücklich eine Bewilligung des Kantons. Dabei dürfen auch mehrere Interessenten im gleichen Gebiet Vorbereitungsarbeiten durchführen.

Für die eigentliche Nutzung des Untergrunds brauchen Interessenten eine Konzession. Diese vergibt der Regierungsrat. Er legt auch die Gebühr fest. Für Erdwärmesonden hingegen, wie es im Kanton bereits rund 5000 Anlagen gibt, ist weiterhin keine solche Bewilligung nötig.

Das Luzerner Parlament sprach sich auch dafür aus, dass sich der Kanton an privaten Tiefengeothermie-Projekten beteiligen kann, aber nicht muss. Möglich sind demnach unter anderem die Gewährung von Staatsbeiträgen. Der Kanton kann auch selber Anteile von Gesellschaften halten. (sda/rem)