Das Kantonsgericht stützt das Neubau–Projekt im Garten des Klosters Wesemlin

Das Kantonsgericht weist die Beschwerden gegen das sechsstöckige Wohnhaus im Garten des Klosters Wesemlin in der Stadt Luzern ab. Sämtliche Einwände seien unbegründet.

Stefan Dähler
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So soll die Überbauung beim Kloster Wesemlin aussehen. Visualisierung: PD/Marques Architekten

So soll die Überbauung beim Kloster Wesemlin aussehen. Visualisierung: PD/Marques Architekten

Er sorgt für Diskussionen im Quartier – der geplante Neubau im Garten des Klosters Wesemlin in der Stadt Luzern. Vorgesehen sind 30 Wohnungen in einem sechsstöckigen Gebäude. Mit den erwarteten Mieteinnahmen wollen die Kapuziner den Betrieb und Erhalt der Klosteranlage sichern. Dies, weil die Zahl der Mönche ab- und deren Alter zunimmt. Sie können das Kloster nicht mehr alleine bewirtschaften.

Nachdem die Stadt 2017 die Baubewilligung erteilte, reichten zwei Anwohner, die Stiftung Archicultura für Orts- und Landschaftsbildpflege und die Firma AC&P Immobilien AG mit Sitz in Luzern, Beschwerde ein (wir berichteten). Nun liegt das Urteil des Kantonsgerichts vor. Es weist die Beschwerde vollständig ab. Die Beschwerdeführer müssen die Prozesskosten von 8000 Franken und nochmals denselben Betrag als Entschädigung bezahlen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Mauer ist nicht denkmalgeschützt

Die Projektgegner führten an, dass der Neubau aus Gründen des Denkmalschutzes unzulässig sei. Sie argumentierten, dass nicht nur das Kloster, sondern auch die Klostermauer und das Ökonomiegebäude unter Schutz stehen würden – was die kantonale Denkmalpflege verneint. Die Beschwerdeführer monierten, die beiden letztgenannten Bauwerke seien auf der Homepage des kantonalen Geoportals zuerst als Schutzobjekte dargestellt – und im Verlauf des Verfahrens zurückgestuft worden. Für das Bauprojekt müsste das Ökonomiegebäude abgerissen und die Klostermauer durchbrochen werden. Weiter gliedere sich der sechsstöckige Neubau nicht ins Ortsbild ein, die Fassadengestaltung orientiere sich nicht am Kloster, so die Beschwerdeführer.

Das Kantonsgericht weist diese Einwände zurück. Der kantonale Unterschutzstellungs-Entscheid für das Kloster stamme aus dem Jahr 1974. Darin sei nicht festgehalten, dass die Mauer und die Ökonomiegebäude ebenfalls geschützt sind. Die im Geoportal dargestellte Karte sei nicht massgebend. Im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz ISOS sei die Klosteranlage zwar als Baugruppe enthalten. Das heisse aber nicht, dass keine baulichen Veränderungen möglich sind.

Mauer wurde bereits mehrmals durchbrochen

Weiter führt das Gericht aus, dass die geplante Gebäudehöhe von 19,8 Metern gemäss Zonenplan zulässig ist. Der Neubau vermöge sich innerhalb der Klosteranlage und auch ausserhalb in «genügender Weise» einzugliedern. Das Wesemlin-Quartier sei heute schon nicht «homogen» bebaut. Zwar gebe es noch keine anderen sechsstöckigen Bauten. Da der Boden in der Klosteranlage tiefer gelegen ist, käme das Volumen des Neubaus aber weniger zur Geltung. Durch die «kompakte Bauweise» werde die «Beeinträchtigung des Klostergartens und der -anlage» möglichst gering gehalten. Daran ändere auch der Durchbruch der Mauer nichts. Diese sei im Verlauf der Jahre bereits mehrmals geöffnet und wieder zugemauert worden. Es bestünden zudem weitere Öffnungen – auch wenn diese kleiner seien als die geplante. Es sei auch vorgesehen, dass eine dieser bestehenden Lücken als Kompensation wieder geschlossen wird.

Ein weiterer Kritikpunkt der Projektgegner war die ungenügende Zufahrt sowie, dass drei Besucherparkplätze nicht ausreichen würden. Auch das sieht das Kantonsgericht anders. Es hält zusammenfassend fest, dass «sämtliche Rügen der Beschwerdeführer unbegründet» seien.