Gerichtsurteil gegen Journalistin – jetzt äussert sich Villa-Besitzer Bodum

Nachdem die wegen Hausfriedensbruchs verurteilte Journalistin Jana Avanzini das Urteil weiterzieht, meldet sich nun Joergen Bodum über seinen Anwalt zu Wort. Ihm gehört die 2016 besetzte Luzerner Villa.

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Die Villa an der Obergrundstrasse 99 wurde vor drei Jahren von der Gruppe Gundula besetzt. (Bild: Pius Amrein, Luzern, 11. April 2016)

Die Villa an der Obergrundstrasse 99 wurde vor drei Jahren von der Gruppe Gundula besetzt. (Bild: Pius Amrein, Luzern, 11. April 2016)

(pd/hor)

Weil sie für eine Reportage 2016 in die besetzte Bodum-Villa eingetreten ist, wurde Jana Avanzini wegen Hausfriedensbruchs zu einer Busse verurteilt. Die 32-Jährige zieht das Urteil weiter, wie am Donnerstag bekannt wurde (wir berichteten). Am Freitag meldete sich nun der Anwalt von Joergen Bodum, ihm gehört die besagte Villa, mit einer Mitteilung bei den Medien. «Nachdem Joergen Bodum und sein Unternehmen lange Zeit geschwiegen haben», wie es im Mail heisst.

Gemäss der Mitteilung erachten es Bodum und sein Unternehmen als «Effekthascherei», wenn sich die beschuldigte Journalistin mit einer selektiven beziehungsweise subjektiven Darstellung über die Medien als Opfer darstellen wolle. «Die Medienfreiheit ist auch mit einem Schuldspruch der Journalistin weiterhin absolut gewährleistet.» Das Kantonsgericht habe zudem in einem anderen Fall betreffend der Besetzung der Villa bereits entschieden, dass die Öffentlichkeit damals nicht habe davon ausgehen können, dass die Hausbesetzung geduldet werde. Der Anwalt schliesst in der Mitteilung mit den Worten: «Von der Beschuldigten, die gemäss eigenen Angaben selber Hauseigentümerin ist, hätte erwartet werden dürfen, dass sie fremdes und umzäuntes Grundeigentum respektiert.»  

Das Bezirksgericht Luzern hat Avanzini in der vorletzten Woche zu einer Busse von 500 Franken verurteilt. Der Einzelrichter reduzierte die Strafe. Der Anwalt der Liegenschaftsbesitzerin Bodum Invest AG hatte eine bedingte Geldstrafe plus eine Busse gefordert.

Luzerner Journalistin wegen Hausfriedensbruchs vor Gericht

Eine 32-jährige Journalistin stand am Dienstag vor dem Bezirksgericht Luzern, weil sie 2016 die besetzte Bodum-Villa an der Obergrundstrasse betreten hatte. Der Vorwurf: Hausfriedensbruch. Für die Medien ist der Fall womöglich wegweisend.
Kilian Küttel