Gerichtsurteil im Mordfall Ochsen in Littau wird angefochten

Das Luzerner Kriminalgericht hat einen Portugiesen wegen Mordes an seiner Ehefrau zu einer Freiheitsstrafe von 20 Jahren verurteilt. Die Verteidigung hat Berufung angemeldet.

Roger Rüegger
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Beim Restaurant Ochsen in Littau kam es zur Messerstecherei.

Beim Restaurant Ochsen in Littau kam es zur Messerstecherei. 

(Bild: Nadia Schärli, 12. November 2016)

Mit 15 Messerstichen hat am 12. November 2016 ein zweifacher Familienvater seine Ehefrau vor dem Restaurant Ochsen in Littau niedergestochen. Bei der Verhandlung am Luzerner Kriminalgericht am 2. Mai 2019 ging es nicht um die Frage, ob der Portugiese das schreckliche Tötungsdelikt verübt hatte, sondern ob er die Tat geplant hatte – und warum.

Handelte es sich um Mord oder um vorsätzliche Tötung? Ein aufgebrachter Zuschauer hatte sich seine Meinung damals längst gebildet. Er rief dem Beschuldigten nach der Verhandlung «du Monster» hinterher. Der Staatsanwalt bezeichnete die Tat, die offenbar aus Rache und krankhafter Eifersucht begangen worden war, als besonders skrupellos und verwerflich. Er beantragte für den Beschuldigten eine lebenslängliche Freiheitsstrafe für den Mord an seiner Ehefrau.

20 Jahre Freiheitsstrafe und 15 Jahre Landesverweis

Die Richter verurteilten den heute 58-jährigen Beschuldigten wegen Mordes zu einer Freiheitsstrafe von 20 Jahren. Zudem wird der Mann für die Dauer von 15 Jahren des Landes verwiesen. Weiter wird er verpflichtet, seiner 32-jährigen Tochter und dem 28-jährigen Sohn je eine Genugtuung von rund 50'000 Franken sowie Schadenersatz von rund 3'000, beziehungsweise 15'000 Franken zu bezahlen. Die Verfahrenskosten, die der Beschuldigte zu tragen hat, belaufen sich auf über 50'000 Franken.

Das Verfahren ist in diesem Fall aber noch nicht abgeschlossen. Gegen dass Urteil des Kriminalgerichts hat der Verteidiger Berufung angemeldet. An der Verhandlung beantragte er für seinen Mandanten eine Freiheitsstrafe von 10 Jahren für vorsätzliche Tötung.