GERICHTSVERHANDLUNG: «Todesfahrer» muss für 3½ Jahre in die Klinik

Vier tote und fünf zum Teil schwer verletzte Bauarbeiter im Jahr 2007 in Emmen gehen auf sein Konto. Jetzt stand der heute 30-jährige Autofahrer vor dem Amtsgericht Hochdorf.

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Der Unfallwagen am Ort des Horrorcrashs. (Bild Eveline Bachmann/Neue LZ)

Der Unfallwagen am Ort des Horrorcrashs. (Bild Eveline Bachmann/Neue LZ)

Das Urteil für den Mann lautet auf 3½ Jahren aufgeschobenem Freiheitsentzug, wie das «DRS Regionaljournal Zentralschweiz» meldet. Das heisse, dass dieser wohl nicht ins Gefängnis muss, sondern in eine geschlossene psychiatrische Anstalt kommt. Der Staatsanwalt, der unter anderem aus dem Abschiedsbrief einer Partnerin eines der Opfer, die sich aus Verzweiflung das Leben genommen hatte, vorlas, hatte die Höchststrafe von 4½ Jahren gefordert. Die Verteidigung hingegen pochte auf der verminderten Schuldfähigkeit ihres Klienten, der in einem Brief an die Hinterbliebenen Reue gezeigt habe – 18 Monate seien genug. Der Angeklagte sass während der gesamten Verhandlung regungslos und stumm da.

Medikamente eigenhändig abgesetzt
Bei der Gerichtsverhandlung wurden weitere Details zum Tag des Unfalls bekannt, wie das «Regionaljournal» weiter meldet: Nach einem Streit an seinem geschützten Arbeitsplatz sei der damals 28-Jährige betrunken ziellos durch die Gegend gefahren. Beim Unfall hatte er mindestens 1,39 Promille intus. Für Gesprächsstoff sorgte auch die Frage, weshalb der Angeklagte überhaupt Autofahren durfte. Er hatte den Führerausweis unter Auflagen erhalten. Gemäss dem psychiatrischen Gutachten leidet der Unfallverursacher unter paranoider Schizophrenie – er hatte seine Medikamente einige Monate vor dem verhängnisvollen Ereignis eigenhändig abgesetzt.

scd