Gesang und Theater in einem auf dem Steinhuserberg: Nach dem Jodel lockt die Flüealp

Der Jodlerklub Bärgglöggli Steinhuserberg lädt zu Konzert und Theater. Der Mix hat Tradition – und kommt gut an.

Monika van de Giessen
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«Darf’s es betzli meh si?», lautet das Motto des Jodlerkonzerts auf dem Steinhuserberg, das sich wie ein roter Faden durch sechs Konzertabende zieht. Das Drehbuch dazu schrieb die Musikpädagogin Renate Michel Steffen, zugleich auch Dirigentin der Bärgglöggli-Jodlerinnen und -Jodler. Diese können sich glücklich schätzen, eine derart bestens ausgewiesene Dirigentin und Jodlerin in ihren Reihen zu haben. Die Mutter von vier Kindern absolvierte von 2002 bis 2006 ein Studium zur Musikpädagogin (Hauptfach Eufonium) an der Musikhochschule Luzern. Sie unterrichtet unter anderem auch an der Musikschule Wolhusen.

Bilder: Philipp Schmidli (4. Januar 2020)

Als Dirigentin des Jodlerklubs legt sie grossen Wert auf gepflegten Jodelgesang auf einem hohen Niveau. Seit neun Jahren leitet sie den Jodlerklub. Hans Bucher, Wolhusen, aktiver Jodler und während 17 Jahren Präsident des Klubs, lobt die Dirigentin in hohen Tönen: «Mit ihrem Fachwissen und ihrer begeisternden und motivierenden Art studiert sie mit uns die Jodellieder ein und bereitet uns jeweils optimal auf die Konzertabende vor.»

Das Motto ist Programm

Das Motto kann vieles bedeuten. Das Rätsel löst Präsidentin Erika Marti-Lipp in ihrer Begrüssung: «Mit ‹Darf’s es betzli meh si?› wollen wir uns in eure Herzen singen und die Theaterleute möchten allen Gästen manche unbeschwerten Lacher entlocken.» «Darf’s es betzli meh si?» gelte indes auch für die drei neuen Sänger. «Wir haben uns erlaubt, dass es auch für uns selber ein wenig mehr sein darf», freut sich die Präsidentin über den Jodler-Zuwachs.

Im gleichen Atemzug sagt sie, dass die Konzertbesucher wissen, dass man für ein Konzert auf dem 820 Meter hohen Berg auch «e chli meh Zyt» mitbringen dürfe und die Theatergruppe im Volksstück «Uf de Flüealp» mehr als nur gerade einen Akt parat habe. «Es betzli meh» Jodelgesang gab’s dann auch zum Schluss des Jodlerkonzerts mit der Zugabe «Wenn’s im Ustig (Frühling) z’Alpe geit» des Berner Komponisten Adolf Stähli.

Jodlerkonzerte mit Theater locken jeweils Hunderte von Besuchern in die Theatersäle und Turnhallen. So auch im Weiler Steinhuserberg. Premiere war am letzten Samstag. Volkstheater hat auf dem Steinhuserberg Tradition. Seit der Gründung im Jahr 1952 wird neben dem Jodelgesang auch Theater gespielt. Diese Kombination habe sich bewährt. «Sie ist der Schlüssel unseres Erfolgs», bestätigt Hans Bucher, Jodler im ersten Tenor.

«Uf de Flüealp» heisst das Volksstück in vier Akten von Josef Brun. Regie führt Beat Röösli. Das Jodellied»Älplerzyt» des Obwaldners Neldi Ming hat die Konzertbesucher anlässlich der Premiere so richtig auf das Theater eingestimmt.

Die Handlung des Vierakters beginnt in friedlicher Atmosphäre und steigert sich im Verlauf des Stücks in der Dramaturgie stetig. Die Geschichte ist ein Wechselbad von Freud und Leid. Die echte Liebe lässt auf sich warten. Und trotzdem, auf Umwegen kommt alles gut.

Hinweis: Nächste Aufführungen: 11., 15. und 18. Januar jeweils um 19.45 Uhr sowie am 12. Januar um 13.30 Uhr. Reservationen Montag bis Freitag 18.30 bis 20 Uhr und Samstag 13 bis 16 Uhr unter Telefon 041 490 02 69. Eintritt: 12 Franken.