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Geschichtsprofessorin der PH Luzern bringt Spielfilm über Zwingli in die Schulen

Karin Fuchs, Dozentin an der Pädagogischen Hochschule in Luzern, hat zum Zwingli-Film Lernmaterial konzipiert. Ihr ist es wichtig, dass Schüler Bezüge zu heute schaffen können. Fuchs’ didaktisches Wissen ist sogar ennet der Grenze gefragt.
Yasmin Kunz
Geschichtsprofessorin Karin Fuchs in der Bibliothek der Uni Luzern. (Bild: Boris Bürgisser (16. Januar 2019))

Geschichtsprofessorin Karin Fuchs in der Bibliothek der Uni Luzern. (Bild: Boris Bürgisser (16. Januar 2019))

Streit, Liebe und Macht. Die Schweizer Filmproduktion «Zwingli» verspricht Spannung. Es geht um die Reformation, eine Zeit, geprägt von kirchlichen sowie gesellschaftlichen Erneuerungen. Eine wichtige Figur dabei war der Züricher Ulrich Zwingli, Hauptakteur des Spielfilms.

Karin Fuchs (45), Professorin für Geschichte und Geschichtsdidaktik an der Pädagogischen Hochschule (PH) Luzern und Dozentin an der Universität Freiburg, entwirft seit Jahren Unterrichtsmaterialien vorwiegend für die Oberstufe. Das Potenzial des Films hat sie fasziniert.

Die PH arbeitete beim Film «Zwingli» zum dritten Mal mit C-Films zusammen, einer Schweizer Filmproduktionsfirma. Schon bei «Akte Grüninger» und «Verdingbub» konzipierte Karin Fuchs am Institut für Geschichtsdidaktik und Erinnerungskulturen Unterrichtsmaterialien zu den Filmen.

Ausserschulische Lernorte erhalten mehr Gewicht

Dabei ist ihr wichtig, einen schülergerechten Zugang zu vergangenen Geschehnissen zu schaffen und aufzuzeigen, warum ein historisches Ereignis bis in die Gegenwart wirkt. Warum gibt es heute in den Gemeinden zweierlei Kirchen? Warum haben einige Kantone andere Feiertage als Luzern? Der Ursprung dessen liegt in der Reformation, sagt Fuchs.

«Die Schüler sollen befähigt werden, solche Entwicklungen zu erklären, Zusammenhänge zu erkennen und Sachen kritisch zu hinterfragen.»

Mit der Einführung des Lehrplans 21 wird der Geschichtskultur wie etwa Museumsbesuchen im Unterricht eine grössere Bedeutung zugeschrieben. Was nun eher nach Unterhaltung als nach Unterricht tönt, bildet keinesfalls die Praxis ab. Denn Sachwissen ist nötig, um die Geschehnisse um Zwingli in den historischen Kontext einzubetten und den gegenwärtigen Bezug zu erkennen. Zentral im Geschichtsunterricht sei das Anknüpfen der historischen Inhalte an die Lebenswelt der Schüler und der Bezug zur Gegenwart.

Biografischer Zugang ist besonders interessant

Nicht jedes Thema im Lehrplan eigne sich für ausserschulische Aktivitäten. «Lehrer sollen nicht der Formsache wegen Geschichtskultur einbauen, sondern wenn es Sinn macht und relevant ist», sagt Fuchs. Ein biografischer Zugang wie bei Zwingli sei interessant, «weil es immer Menschen sind, die Geschichte schreiben». Die Geschichtsprofessorin hofft, dass das Angebot auf ähnlich grosse Resonanz stösst wie bei den anderen beiden Filmprojekten. «Diese sind bei Schulklassen sehr gut angekommen.»

Die Professorin, die seit 2005 an der PH Luzern tätig ist, hat den Zwingli-Film seit dem Sommer – damals noch in der Rohfassung – zig mal gesehen. Gemeinsam mit zwei Master-Studierenden Geschichtsdidaktik und öffentliche Geschichtsvermittlung hat sie Filmsequenzen ausgesucht und dazu Unterlagen für die Sekundarstufe I und II konzipiert. Die Dossiers stehen nun allen Lehrern kostenlos zur Verfügung.

Didaktisches Engagement in Nürnberg

Das Projekt Zwingli ist nur eines von vielen. Fuchs hat zudem am nationalen Geschichtslehrmittel «Zeitreise» für die Sek I mitgearbeitet. Demnächst erarbeitet sie für den Kanton Luzern im Auftrag der Dienststelle Volksschulbildung eine Broschüre und Unterrichtsmaterial zum Luzerner Ignaz Paul Vital Troxler, der Begründer des Zweikammersystems in der Schweizer Bundesverfassung. Die Unterlagen richten sich an Schüler und an ein breites Publikum.

Fuchs’ Engagement in der Geschichtsdidaktik geht sogar über die Landesgrenze hinaus. Im März stellt sie im Rahmen eines Auftrags der deutschen Stadt Nürnberg ihr Vermittlungskonzept für das ehemalige Reichsparteitagsgelände vor. Das ist die grösste bauliche Hinterlassenschaft der NS-Zeit. Zwischen 1933 und 1938 veranstaltete die Nationalsozialistische Partei auf dem eigenes dafür angelegten Areal ihre Reichsparteitage. Diese Bauten würden beispiellose Möglichkeiten zur Auseinandersetzung mit dem NS-Regime, Propaganda und der Diktatur bieten. «Sie machen das Gelände zu einem einzigartig historischen Lernort.»

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