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Geschichtsträchtiges Hotel in Weggis weicht einem Neubau – die Nutzung ist noch offen

Seit Jahren wird der Neubau des Hotels Lützelau in Weggis aufgegleist. Nun sind die Dimensionen bekannt. Speziell: Das künftige Betriebskonzept ist noch offen, hierfür suchen die Projektentwickler einen Investor.
Niels Jost
Zwei Geschosse höher als heute: So sollen das Hotel Lützelau und das davor liegende Seerestaurant künftig aussehen. (Visualisierung: PD)

Zwei Geschosse höher als heute: So sollen das Hotel Lützelau und das davor liegende Seerestaurant künftig aussehen. (Visualisierung: PD)

Wer von Weggis nach Vitznau fährt, kennt es: das Hotel Lützelau. Die Lage direkt an der Hauptstrasse, eingepfercht zwischen der steilen Rigi-Flanke und dem Vierwaldstättersee, mag zwar auf den ersten Blick nicht optimal wirken für einen Hotelbetrieb. Doch schon Ende des 19. Jahrhunderts haben hier Pilger auf ihrem Weg auf die Rigi Halt gemacht.

Die glanzvollen Jahre des Hotels sind aber längst vorbei. Das Gebäude mit Baujahr 1923 lottert vor sich hin. Gäste nächtigen in Lützelau seit Jahren nicht mehr, einzig die mehrheitlich asiatischen Studenten der Hotelfachschule Swiss Institute for Management and Hospitality haben hier eine temporäre Bleibe.

Neu soll eine Passerelle vom Hotel zum See führen

Seit Jahren planen die Besitzer daher einen Neubau im topografisch anspruchsvollen Gelände. Nun liegt ein konkretes Projekt vor. Das Hotel sowie das auf der anderen Strassenseite gelegene Seerestaurant sollen abgerissen und neu erstellt werden. Statt sechs Geschosse soll das neue Hotelgebäude deren acht aufweisen, das Restaurant statt einem Stockwerk deren zwei.

Dies ist für die wohl augenfälligste Neuerung nötig: Künftig soll eine Passerelle über der Hauptstrasse das Hotel und das Restaurant verbinden (siehe Visualisierung unten). Damit müssen das Seerestaurant und das Restaurant im Hotel nicht unabhängig voneinander geführt werden, was betriebswirtschaftlich nicht tragfähig gewesen wäre. Zudem sei die Passerelle eine sichere Verbindung für die Gäste, sagte Tanja Di Berardo von Romano & Christen am Samstag an der öffentlichen Vorstellung des Siegerprojekts.

Das Hotelgebäude und das Seerestaurant sollen durch eine Passerelle verbunden werden, wie in der Bildmitte zu sehen ist. (Visualisierung: PD)

Das Hotelgebäude und das Seerestaurant sollen durch eine Passerelle verbunden werden, wie in der Bildmitte zu sehen ist. (Visualisierung: PD)

Das Immobilienunternehmen, dem das Hotel zur Hälfte gehört, agiert als Projektentwickler – und sucht nach einem Investor. Denn das Betriebskonzept sei noch offen. Möglich sei alles – etwa ein Hotelbetrieb mit Gesundheits-, Kur- oder Rehanutzung, einer für Menschen mit Behinderung wie ursprünglich angedacht oder ein «normaler» Hotelbetrieb. «Die gewählte Gebäudetypologie erlaubt eine hohe Flexibilität im Betrieb», so Di Berardo. Klar sei, dass das Seerestaurant weiterhin öffentlich zugänglich sein soll. Angedacht seien zudem Eigentums- und Personalwohnungen.

Was mit der Hotelfachschule geschieht, welche jährlich rund 50 Studenten unterrichtet, sei noch offen. Die Betreiber haben in Lützelau einen befristeten Mietvertrag.

Öffentliche Parkplätze bleiben bestehen

Das Bauprojekt ist breit abgestützt. Neben mehreren Vertretern des Kantons, dem Innerschweizer Heimatschutz und dem Landschaftsschutzverband Vierwaldstättersee war auch der Weggiser Gemeinderat in jenem 17-köpfigen Gremium vertreten, das die architektonischen Entwürfe beurteilt hatte.

«Wir freuen uns, dass nun ein sorgfältig ausgearbeitetes Projekt vorliegt», sagte Gemeindeammann Baptist Lottenbach (FDP). Für die ganze Tourismusregion sei es wichtig, dass der Hotelbetrieb weitergeführt werde und nicht etwa ein ausländischer Investor das Haus als Spekulationsobjekt missbrauche. Dies werde auch dadurch verunmöglicht, dass maximal 25 Prozent des Gebäudes zonenfremd als Wohnungen genutzt werden dürfen.

Lottenbach betonte zudem, dass sämtliche öffentlichen Parkplätze in Lützelau sowie der beliebte Seeweg bestehen bleiben. Das Hotel werde für sich eine Garage bauen.

Hotelzone muss erweitert werden

Ein Wörtchen mitreden kann auch das Weggiser Stimmvolk. Denn für den Neubau wird voraussichtlich eine Teilrevision der Ortsplanung nötig. Dies, weil das Seerestaurant neu zweigeschossig werden soll und weil die Hotel- und Kurzone, worin das Hotel derzeit liegt, ausgeweitet werden muss, da ein kleiner Teil des Neubaus in der benachbarten Wohnbauzone erstellt wird. Ein Urnengang wäre allenfalls schon Ende Jahr möglich, so Lottenbach. Zuvor würde der Gemeinderat die Bürger noch an einer öffentlichen Infoveranstaltung über das Vorhaben informieren.

Und wie geht es für die Bauherrschaft weiter? Als Nächstes wird ein Gestaltungsplanverfahren durchgeführt. Stimmen die Weggiser der Umzonung zu, kann das Baugesuch ungefähr Mitte 2020 eingereicht werden. Baustart ist dann gemäss Tanja Di Berardo frühestens im Jahr 2023. Sie rechnet mit einer zwei- bis dreijährigen Bauzeit. Das Hotel Lützelau könnte also frühestens 2025 in neuem Glanz erstrahlen – und vielleicht wieder den einen oder anderen Rigi-Reisenden anlocken.

So sieht das Hotel Lützelau heute aus. (Bild: Niels Jost, Weggis 25. Mai 2019)

So sieht das Hotel Lützelau heute aus. (Bild: Niels Jost, Weggis 25. Mai 2019)

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