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GESTALTUNG: Schöneres Littau: Stadt soll vorwärtsmachen

Pläne für die Aufwertung des Zentrums sind seit Jahren bekannt, doch die Umsetzung lässt auf sich warten. Nun fordern Grüne und CVP den Stadtrat zum Handeln auf. Allerdings hat auch der Kanton ein wichtiges Wort mitzureden.
Die Fläche vor dem Zentrum Fanghöfli in Littau soll schöner gestaltet werden. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 24. April 2017))

Die Fläche vor dem Zentrum Fanghöfli in Littau soll schöner gestaltet werden. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 24. April 2017))

Littau erhält ein neues Gesicht. Künftig werden verdichtete Überbauungen das Zentrum prägen. Auf den Arealen Grossmatte, Neuhushof, Medici sowie im Gebiet Tschuopis sind entsprechende Projekte im Bau oder noch in Planung.

Die Voraussetzung für diese Entwicklung hat die damalige Gemeinde Littau bereits 2008 mit der revidierten Bau- und Zonenordnung geschaffen. Damals wurde auch ein Masterplan für das Gebiet entwickelt. Nach der Fusion mit Luzern hat der Grosse Stadtrat diesen 2010 ebenfalls bewilligt. Der Masterplan sieht unter anderem einen neuen Stadtplatz beim Zentrum Fanghöfli vor. Die Fläche wird heute zu grossen Teilen auch als Parkplatz genutzt. Der Strassenraum soll, teils mit Baumreihen, aufgewertet werden. Das Ziel ist, auf einem Abschnitt der Luzernerstrasse Tempo 30 einzuführen.

«Strassenschluchten» verhindern

Die Umsetzung des Masterplans lässt aber auf sich warten. Nun haben Korintha Bärtsch (Grüne) und Roger Sonderegger (CVP) eine Motion eingereicht. Sie fordern den Stadtrat auf, in einem Planungsbericht mit konkreten Massnahmen aufzuzeigen, wie er die Ziele erreichen will.

Man habe sich für die Motion entschieden, weil der Masterplan nicht verbindlich ist, sagt Korin­tha Bärtsch auf Anfrage. «Wir wollen, dass die Stadt die Entwicklung nun angeht, da viele ­private Projekte bereits im Gang sind.» So wolle man auch verhindern, dass «Strassenschluchten» entstehen. «Wenn verdichtet gebaut wird, braucht es auch attraktive Aufenthaltsflächen.» Heute sei dies nicht der Fall, es fehlten öffentliche Räume, und die Strasse spalte die Siedlung in zwei Teile. «Es darf nicht riskiert werden, dass die in den Erdgeschossen geforderten publikumsintensiven Nutzungen wie Läden, Cafés, Restaurants oder Büros nicht ­vermietet werden können, weil die Laufkundschaft ausbleibt», heisst es weiter in der Motion.

Doch wie realistisch sind die Pläne eigentlich? Ein Teil des Areals, wo der neue Platz entstehen soll, gehört der Baugenossenschaft Matt, bei der unter anderem auch Roger Sonderegger im Vorstand sitzt. Kontakte mit der Stadt wegen des Platzes habe es noch keine gegeben, sagt Genossenschaftspräsident Markus Helfenstein. «Wir wären aber ­sicher gesprächsbereit.» Weitere Teile des Areals befinden sich in Privatbesitz, die Eigentümer ­waren gestern nicht erreichbar.

Das Problem sei jedoch die stark befahrene Luzernerstrasse, so Helfenstein. «Eine Beruhigung würde das Zentrum stark aufwerten. Doch das dürfte schwierig werden, da es sich um eine Kantonsstrasse handelt.»

Der Kanton Luzern war in der Vergangenheit nicht bereit, Tempo 30 auf Kantonsstrassen einzuführen. «Eine allfällige Übernahme der Luzernerstrasse ins Netz der Gemeindestrassen wird vor diesem Hintergrund zu prüfen sein», heisst es daher im Masterplan. Auch die Motionäre schlagen dies vor, und zwar im Abschnitt zwischen den Kreiseln Grossmatte und Gasshof.

Der Kantonsrat entscheidet

Doch ist der Kanton bereit, den Abschnitt an die Stadt abzutreten? Konkret Stellung nehmen dazu könne man erst, wenn ein Gesuch der Stadt vorliege, heisst es auf Anfrage beim Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartement. Wenn eine Gemeinde eine Strasse vom Kanton übernehmen möchte, muss sie einen entsprechenden Antrag stellen. «Für die Einreihung oder Änderung der Einreihung einer Kantonsstrasse ist gemäss Strassengesetz der Kantonsrat zuständig», sagt Beat Hofstet- ter, Abteilungsleiter Planung Strassen der Dienststelle Verkehr und Infrastruktur. Falls es dazu kommt, muss der Kanton, je nach Zustand der Strasse, noch eine Abgeltung für den Unterhalt bezahlen.

Führt der Kanton die bisherige Praxis fort, dürfte die Abtretung eines Teils der Luzernerstrasse jedoch kaum Chancen ­haben. Gemäss der «Liste der Kriterien für die Einreihung von Kantonsstrassen» sind Haupt- oder Durchgangsstrassen grundsätzlich als Kantonsstrassen zu klassieren. Ein weiteres Kriterium ist die Verbindung zwischen Regionen – die Luzernerstrasse geht in Richtung Entlebuch. In Horw war es allerdings möglich, die Kantonsstrasse an die Gemeinde abzutreten und Tempo 30 einzuführen. Dort wurde ­jedoch zugleich auch eine Umfahrung via Schlund gebaut.

Stefan Dähler

stefan.daehler@luzernerzeitung.ch

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