Gesundheit
Es braucht mehr Einsatz für Pflegeberufe, um die Verweildauer zu erhöhen

Berufe in der Pflege geniessen bei Schulabgängern nach wie vor grosse Beliebtheit ‒ glücklicherweise. Denn der Bedarf in den nächsten Jahren ist enorm. Die Erhöhung der Ausbildungsplätze alleine greift aber zu kurz.

Roseline Troxler
Roseline Troxler
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Eine Ausbildung im Gesundheitswesen reizt viele Jugendliche und junge Erwachsene. Die Pandemie tut der Beliebtheit keinen Abbruch. Im Gegenteil: Sie scheint gar einen positiven Effekt zu haben. Auch die geplante Ausbildungsoffensive auf nationaler Ebene dürfte helfen, weiteren Nachwuchs zu gewinnen. Die Luzerner Regierung fördert den Berufseinstieg in die Pflege ebenfalls – mit Ausbildungsverpflichtungen für die Betriebe oder Möglichkeiten für Quereinsteiger. Das ist bitter nötig. In den nächsten Jahren fehlen noch Tausende Nachwuchskräfte.

Bis 2030 braucht es in der Schweiz rund 65'000 zusätzliche Pflegefachleute.

Bis 2030 braucht es in der Schweiz rund 65'000 zusätzliche Pflegefachleute.

Archivbild: Boris Bürgisser

Doch das Schaffen zusätzlicher Ausbildungsplätze reicht nicht, um den Fachkräftemangel zu stillen. Die tiefe Verweildauer ist ein grosses Problem. Die Regierung nimmt die Gesundheitsinstitutionen hinsichtlich der Arbeitsbedingungen in die Pflicht. In der Verantwortung steht aber auch die Politik. Sie kann den Betrieben Vorgaben machen und ihnen mittels Tarifen Luft für Lohnerhöhungen verschaffen.

Denn wenn Pflegefachleute dem Beruf nach wenigen Jahren bereits den Rücken kehren, verpuffen Investitionen in die Ausbildung. Damit das Gesundheitswesen attraktiv bleibt, braucht es eine verbindlichere Lohnentwicklung und bessere Karrieremöglichkeiten – auch mit tiefen Pensen. Gerade weil Pflegeberufe besonders von jungen Frauen gewählt werden, ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie matchentscheidend.