GESUNDHEIT: Jeder Dritte leidet unter einer Allergie

Die Zahl der Allergiker nimmt ständig zu. Trotz intensiver Forschung rätseln die Experten aber nach wie vor über die Ursachen.

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Clara Inglin, Medizinische Praxis-Angestellte, macht an einer Patientin einen Allergie Test. (Bild Chris Iseli/Neue LZ)

Clara Inglin, Medizinische Praxis-Angestellte, macht an einer Patientin einen Allergie Test. (Bild Chris Iseli/Neue LZ)

Gerötete Augen, Schnupfen und Niessattacken: Gestern haben wieder tausende Schweizer unter den Gräserpollen gelitten, die primär in den Sommermonaten in grosser Menge produziert werden. Und für die kommenden Tage prognostiziert Meteo Schweiz erneut eine starke Pollenbelastung. «Generell nimmt die Zahl der Allergiker ständig zu», sagt Gerhard Müllner, Allergologe und Immunologe aus Luzern und am Kantonsspital Luzern für Allergien zuständig.

Die häufigsten Allergene sind: Pollen, Milben, Tiere und Nahrungsmittel. Ein neuer Höchststand sei damit erreicht. Auffallend: Viele von Müllners Patienten haben erst mit 40, 50 oder sogar 60 Jahren eine Allergie entwickelt.

Immun-Therapie während drei Jahren
Warum immer mehr Menschen von Heuschnupfen und anderen Allergien geplagt werden und wieso neu auch ältere Menschen plötzlich Allergien entwickeln, darüber kann Müllner nur mutmassen. Denn: «Trotz intensiver Forschung hat man die Ursache bis jetzt noch nicht herausgefunden.» Er vermutet: «Womöglich leben wir zu sauber. Da fehlt der nötige Dreck.»

Bevor gegen eine Allergie behandelt werden kann, muss erstmal die Ursache gefunden werden. Kann der Kontakt mit der allergieauslösenden Polle nicht vermieden werden, gibt es Medikamente zur Symptomlinderung oder eine Immun-Therapie, die in der Regel drei Jahre dauert. Diese erfolgt entweder in Form von Tropfen, die der Patient unter die Zunge träufelt oder mittels Spritzen in den Oberarm. Dabei werden Pollen verabreicht. «Es handelt sich also um eine natürliche Therapie», so Müllner. Anfänglich erfolgen die Injektionen einmal pro Woche, nach vier Monaten muss sich der Patient monatlich eine Spritze machen lassen.

Arbeitsunfähigkeit wegen Allergien kostet mindestens 200 Millionen
Zusätzlich können sich Pollenallergiker mit einfachen Massnahmen, wie zum Beispiel mit einer geschlossenen Brille, schützen. An Tagen, an denen die Pollen besonders aggressiv sind, verabreicht Müllner seinen Patienten zusätzlich Medikamente, zum Beispiel Antiallergika, lokale cortisonhaltige Nasensprays und Augentropfen. All diese Medikamente können bedenkenlos auch über längere Zeit eingenommen werden.

Schätzungen gehen davon aus, dass die mit der Allergie einhergehende Einschränkung der Arbeitsunfähigkeit der Betroffenen sowie die Kosten der medizinischen und medikamentöse Behandlung pro Jahr mindestens 200 Millionen Franken ausmachen.

Andreas Bättig

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag in der Neuen Luzerner Zeitung.