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GESUNDHEIT: Knöchel bremsen Jogger am häufigsten

Fast jeder vierte Schweizer betreibt mittlerweile Laufsport, was sich auch auf die Arztbesuche auswirkt. Jogging ist aber nicht gefährlich – ein paar Regeln vorausgesetzt.
Jogger gehen immer häufiger zum Arzt – am häufigsten wegen den Knöcheln. (Symbolbild) (Bild: Roger Gruetter / Neue LZ)

Jogger gehen immer häufiger zum Arzt – am häufigsten wegen den Knöcheln. (Symbolbild) (Bild: Roger Gruetter / Neue LZ)

«Du rennst auch wegen jeder Kleinigkeit zum Arzt, oder?» Wie viele von den 560 Luzerner Joggern, die sich 2014 wegen Verletzungen behandeln liessen, sich das anhören mussten, ist unklar. Fakt ist aber: Die Zahl der behandelten Laufsportler hat sich seit der Jahrtausendwende mehr als verdoppelt. Im Millenniumsjahr waren es noch 220 Jogging-Verletzte, welche die Unfallversicherungen meldeten. Für Barbara Senn, Mediensprecherin der Suva, ist klar: «Der Anstieg der Unfallzahlen ist darauf zurückzuführen, dass deutlich mehr Personen joggen.»

Dass Joggen immer beliebter wird, zeigen auch Erhebungen des Bundes. Gemäss dem Bundesamt für Sport rennt fast jeder vierte Schweizer in seiner Freizeit. Damit liegt der Laufsport an fünfter Stelle der beliebtesten Sportarten – zwar hinter den Spitzenreitern Wandern, Velofahren und Schwimmen, aber immer noch vor Fussball, Mountainbiken oder Tennis.

Laufschuhe genügen

«Joggen ist so beliebt, weil man nicht viel dazu braucht. Man kann sich ein Paar Laufschuhe kaufen, und schon bewegt man sich an der frischen Luft», sagt Sportmediziner Urs Müller vom Luzerner Kantonsspital. Suva-Sprecherin Senn erklärt ihrerseits, dass Laufen zu einer Lifestyle-Sportart geworden ist: «Heute ist bekannt, dass sich regelmässige Bewegung und Sport positiv auf die Gesundheit auswirken.» Zudem seien Menschen, die sich ausreichend bewegen, belastbarer und leistungsfähiger.

Auch Müller glaubt, dass sich der Lauftrend aus dem erhöhten Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung und aufgrund attraktiver Laufveranstaltungen ergeben hat. Deshalb werde es immer beliebter. Was logischerweise zur Folge habe, dass sich auch mehr Personen verletzen.

Doch das ist für ihn nur einer der Gründe, weshalb vermehrt Verletzungen festgestellt werden. Ein weiterer wichtiger Grund: Verletzte Jogger gehen heute eher zum Arzt als noch vor einigen Jahren: «Am häufigsten kommt es beim Joggen zu Fussgelenksverletzungen – was im Volksmund ‹Vertreten› genannt wird. Früher sind Betroffene deshalb nicht zum Arzt gegangen. Heute tun sie das.» Dies passiere vor allem, weil die Bevölkerung heute auf Spätfolgen der Gelenksverletzungen sensibilisiert sei.

Sich den Fuss zu vertreten – das ist wohl jedem schon einmal passiert. Und Wehleidigkeit dürfte wohl auch schon manchem angekreidet worden sein, weil er deshalb zum Arzt ging. Für Sportarzt Müller wird die Schwere von Fussgelenksverletzungen «verbal verharmlost»: «Früher wurden solche Verletzungen häufig operiert, dann hat man sich von dieser Praktik abgewendet und sie mit Ruhigstellen und Schienen behandelt. Das hat aber dazu geführt, dass Fussgelenksverletzungen nicht mehr ernst genommen werden.» Eine nicht unbedenkliche Tendenz. Denn werden verletzte Knöchel nicht richtig ruhiggestellt, können langwierige Beschwerden entstehen. So zum Beispiel sogenannte Schlottergelenke: Werden die Gelenke bei einer Überdehnung zu sehr belastet, verheilt zwar die beschädigte Kapsel, die Bänder entwickeln sich aber nicht zurück. Wodurch sie ausgeleiert bleiben. «Das führt zu einer bleibenden Instabilität», so Müller.

Gezieltes Training und Aufwärmen

Damit ein verletzter Fuss richtig ausheilen kann, muss er genügend geschont werden. Dann sollte die Blessur je nach Schweregrad innert drei bis sechs Wochen verheilt sein. Doch wie kann man dafür sorgen, dass man sich gar nicht erst verletzt? «Das beste Rezept sind ein gezieltes Kraft- und Gleichgewichtstraining, aufwärmen vor dem Joggen sowie gute Laufschuhe», sagt Suva-Sprecherin Senn. Doch das mit den Laufschuhen ist so eine Sache – schon beinahe eine Wissenschaft mit «unterschiedlichsten Philosophien», wie Sportmediziner Urs Müller sagt. Dabei sei es gar nicht so schwierig, das passende Modell zu finden. Müller: «Vor allem muss man sich in den Schuhen beim Joggen wohl fühlen.» Die Suva rät den Läufern ergänzend, nur zu joggen, wenn sie gesund sind und keine körperlichen Beschwerden haben. Auch sollten die Jogger Wald- und Feldwege asphaltierten Strassen vorziehen.

Killian Küttel

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