GESUNDHEIT: Luzern hält den Masern-Rekord

Der Kanton Luzern war 2007 an der Spitze beim Ausbruch von Masern. 20 Personen mussten sogar ins Spital eingewiesen werden.

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Die für Masern typischen Flecken breiten sich über den ganzen Körper aus. (Keystone)

Die für Masern typischen Flecken breiten sich über den ganzen Körper aus. (Keystone)

Der Beginn der Masern-Welle in Luzern datiert auf den November 2006: Innerhalb eines Jahres steckten sich daraufhin rund 400 Personen mit Masern an.

Die Zahl lässt aufhorchen, wenn man sie mit dem Rest der Schweiz vergleicht. Im Jahr 2007 wurden laut Bundesamt für Gesundheit insgesamt 1082 Fälle von Masern gemeldet. Knapp 40 Prozent davon entfielen also auf den Kanton Luzern.

Häufig Komplikationen
Die so genannte Kinderkrankheit (sie kann auch Erwachsene treffen) ist nicht ungefährlich – sie führt relativ häufig zu Komplikationen. Von den 400 Fällen im Kanton Luzern kam es bei 52 Fällen zu Folgeerkrankungen, weiss Kantonsärztin Annalis Marty. 20 Personen mussten deshalb gar hospitalisiert werden.

Bei den Komplikationen handelte es sich um Lungenentzündungen (19 Fälle), Mittelohrentzündungen (13) oder Hirnhautentzündungen (3), aber auch um diverse Abszesse und Sehstörungen. Ob es bei einigen der Betroffenen auch zu bleibenden Schäden gekommen ist, kann Marty noch nicht beurteilen: «Dazu ist es noch zu früh.»

Niedrige Impfrate
Dass im Kanton Luzern so viele Masern-Fälle vorkamen, dürfte mit der relativ tiefen Durchimpfungsrate zusammenhängen, vermutet Marty. Bei einer Untersuchung in zwei Dritteln der Kantone landete Luzern auf dem zweitletzten Rang. Noch weniger geimpft wird nur im Kanton Appenzell Innerrhoden. Für Thomas Berger, Chefarzt im Luzerner Kantonsspital, besteht «kein Zweifel» daran, dass die tiefe Durchimpfung im Kanton zur Masern-Epidemie geführt hatte: «Keines der hospitalisierten Kinder war geimpft.»

Beat Vogt

Den ausführlichen Artikel zu diesem Thema lesen Sie am Dienstag in der Neuen Luzerner Zeitung