GESUNDHEIT: Luzern soll Betrieb von Psychiatrie in Obwalden ab 2017 übernehmen

Die psychiatrische Klinik in Sarnen, die Patienten aus Ob- und Nidwalden behandelt, soll ab Anfang 2017 vom Kanton Luzern betrieben werden. Die Gesundheitsdirektoren der drei Kantone haben einen entsprechenden Rahmenvertrag unterzeichnet.

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Im Sarner Kantonsratssaal wurde gestern der Vertrag unterschrieben und mit Handschlag besiegelt (von links):
die Gesundheitsdirektoren Guido Graf (LU), Yvonne von Deschwanden (NW) und Hans Wallimann (OW). (Bild Pius Amrein)

Im Sarner Kantonsratssaal wurde gestern der Vertrag unterschrieben und mit Handschlag besiegelt (von links): die Gesundheitsdirektoren Guido Graf (LU), Yvonne von Deschwanden (NW) und Hans Wallimann (OW). (Bild Pius Amrein)

Das bestehende Personal kann am Standort beim Kantonsspital in Sarnen weiterarbeiten. Die Betroffenen erhalten mit der Luzerner Psychiatrie aber einen neuen Arbeitgeber, wie die Kantone Luzern, Ob- und Nidwalden am Donnerstag mitteilten.

Für die Psychiatrie-Patienten aus den beiden Halbkantonen soll das Behandlungsangebot in den nächsten fünf Jahren bestehen bleiben. Mittelfristig ist in Sarnen ein Ausbau geplant.

Konkret vermietet Obwalden Räume und Infrastruktur an die Luzerner Psychiatrie. Das Obwaldner Kantonsspital erbringt Leistungen im logistischen und medizinischen Bereich.

Für das Zusammenarbeitsprojekt ist noch die Zustimmung des Obwaldner Parlaments nötig. Dieses soll im Herbst über die entsprechende Vereinbarung mit der Luzerner Psychiatrie entscheiden. Auch der Kanton Nidwalden muss mit Luzern noch eine entsprechende Leistungsvereinbarung abschliessen.

Synergien nutzen

Mit der Schaffung einer gemeinsamen psychiatrischen Versorgungsregion hoffen Luzern, Ob- und Nidwalden das Angebot verbessern und Kosten sparen zu können. Wegen knapper finanzieller Mittel der öffentlichen Hand und dem Prämiendruck stehen die psychiatrischen Institutionen vermehrt unter Kostendruck. Zu schaffen macht den Kliniken auch der Fachkräftemangel.

Die Kantone Ob- und Nidwalden betreiben seit 1996 am Kantonsspital Obwalden in Sarnen eine psychiatrische Klinik für stationäre, tagesklinische und ambulante Behandlungen. Diese deckt die psychiatrische Grundversorgung beider Kantone ab.

Nach Einführung der neuen Spitalfinanzierung 2012 kündigten die beiden Kantone die Vereinbarung per 2016, weil sie nicht mehr Gesetzeskonform ist. Die Regierungen suchten eine neue Lösung für eine Zusammenarbeit. Dazu wurden mit Luzern 2014 ein Vor- und 2015 ein Hauptprojekt lanciert.

In der Psychiatrieversorgung in der Zentralschweiz einen Schritt weitergehen wollen unlängst die Regierungen der Kantone Uri, Schwyz und Zug. Sie planen, ihre psychiatrischen Dienste in einem gemeinsamen Unternehmen zusammenzulegen. Betroffen sind rund 370 Beschäftigte. Die neue Firma soll nach Zustimmung aller drei Partner Anfang 2018 starten. Das Projekt hat schweizweit Vorbildcharakter.

Mehr zum Thema am Freitag in der Neuen LZ.

(sda)