GESUNDHEIT: Masern: Ein Impfzwang soll Kinder schützen

108 neue Masernfälle hat der Bund seit Anfang Jahr registriert. Jetzt bringen die Gesundheitsdirektoren ein Obligatorium ins Spiel. Doch der Zwang spaltet auch hier die Ärzte.

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Der Kanton Luzern ist eine der Masern-Hochburgen der Schweiz. (Grafik Oliver Marx/Neue LZ, Quelle BAG)

Der Kanton Luzern ist eine der Masern-Hochburgen der Schweiz. (Grafik Oliver Marx/Neue LZ, Quelle BAG)

Die Masernepidemie schien abzuklingen. Doch seit dem vergangenen September zeigen die Kurven wieder nach oben: 64 Fälle waren es im Januar, bereits 44 bis Mitte Februar. Zwei Drittel der neuen Masernerkrankungen betreffen den Kanton Luzern. Grund: Mit 78 Prozent ist der Anteil der geimpften Kinder im Kanton Luzern der zweittiefste in der Schweiz, wo der Durchschnitt bei 86 Prozent liegt.

Die Schweiz solle ein Impfobligatorium prüfen, findet Hans-Peter Roost vom kantonsärztlichen Dienst in Luzern. Der Kinderarzt Hugo Schön aus Hochdorf hingegen lehnt einen Zwang ab: «Zu diskutieren wäre aber, ob man die Behandlungskosten für ungeimpfte erkrankte Kinder teilweise den Eltern anlasten sollte.» Der Chefarzt Pädiatrie des Luzerner Kinderspitals, Thomas Neuhaus, betrachtet ein Impfobligatorium als nicht umsetzbar. Einig sind sich die Kinderärzte aber: Verantwortlich für die Epidemie seien Impfgegner, die Fehlinformation betrieben.

Fabian Fellmann

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag in der Neuen Luzerner Zeitung und ihren Regionalausgaben.