GESUNDHEIT: Schwarze Liste wächst weiter

Schon fast 6000 Luzerner stehen auf der Liste säumiger Prämienzahler. Das kostet den Kanton Millionen.

Florian Weingartner
Drucken
Teilen
Stempel auf einem Betreibungsamt. (Archivbild Keystone)

Stempel auf einem Betreibungsamt. (Archivbild Keystone)

Bald zwei Jahre sind seit der Errichtung der schwarzen Liste für säumige Prämienzahler im Gesundheitswesen vergangen. Personen, die von der Stelle für ausstehende Prämien und Kostenbeteiligungen (Stapuk) Luzern auf der Liste geführt werden, haben nur Anspruch auf medizinische Behandlung in Notfällen. Für darüber hinausgehende Behandlungen müssen sie Vorschüsse leisten.

Inzwischen sind gegen 6000 Personen betroffen. Da erstaunt es, dass gegen die Eintragung bisher nur acht Beschwerden eingegangen sind. Keine der Beschwerden wurde gutgeheissen. Und keiner dieser Entscheide wurde ans Kantonsgericht weitergezogen.

Bald neun Kantone dabei

2013 hat der Kanton Luzern für 3,75 Millionen Franken Krankenkassenausstände übernommen. Die Kantone müssen seit 2012 85 Prozent der von den Krankenversicherern betriebenen Beträge übernehmen. Inzwischen haben acht Kantone (Thurgau, Solothurn, Schaffhausen, Luzern, Zug, Graubünden, Tessin und Aargau) schwarze Listen eingeführt. Anfang 2015 stösst St. Gallen dazu.