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GESUNDHEIT: So lassen Sie überflüssige Kilos purzeln

Jeder zweite Luzerner ist übergewichtig. Trotzdem fühlt sich die Mehrheit gut. Experten sagen, worauf es ankommt, damit man sich die Lust aufs Festmahl nicht verderben lassen muss.
Sarah Weissmann
Guido Graf, Bianca Sissing, Nenad Mlinarevic und Ariella Kaeslin geben Tipps. (Bilder: Neue LZ)

Guido Graf, Bianca Sissing, Nenad Mlinarevic und Ariella Kaeslin geben Tipps. (Bilder: Neue LZ)

An den Festtagen gilt bei den meisten: Hauptsache üppig. Nach dem Schlemmen an Weihnachten geht es an Silvester im gleichen Takt weiter. Manch einer wünscht sich an diesen Tagen ein Rezept, wie man trotz schwerer Kost und wenig Sport die Sommerfigur behalten kann. Dieses Problem ist allerdings kein saisonales, wie eine Gesundheitsumfrage durch das Schweizerische Gesundheitsobservatorium (Obsan) zeigt. 49,2 Prozent der Luzerner und 34,7 Prozent der Luzernerinnen sind nach dem Body-Mass-Index (BMI) übergewichtig, Tendenz steigend. 1992 lag der Anteil der Frauen mit Übergewicht noch bei 22,6 Prozent und der der Männer bei 40,8 Prozent. Nach dem BMI gelten Personen mit einem Wert von über 25 und weniger als 30 als übergewichtig (siehe Grafik).

Luzerner fühlen sich wohl

Diese Zahlen stehen jedoch im Widerspruch zur Gesundheitseinstellung der Luzerner. 88 Prozent der Befragten fühlen sich gesundheitlich gut bis sehr gut. Und es essen 37,5 Prozent der Luzernerinnen und 32,9 Prozent der Luzerner drei bis vier Portionen Früchte und Gemüse pro Tag. Sportlich sind die übergewichtigen Luzerner denn auch noch. 77,5 Prozent gaben an, mindestens zweimal pro Woche körperlich aktiv zu sein. Die Umfrage hat das Luzerner Gesundheits- und Sozialdepartement in Auftrag gegeben. Die Daten stammen aus dem Gesundheitsreport 2012, der diesen Herbst veröffentlicht wurde.

Luca Petrini, wissenschaftlicher Projektleiter des Obsan, bestätigt, dass es sich um einen Widerspruch handeln könnte: «Beim Gesundheitsreport handelt es sich um eine Befragung, die Teilnehmer geben ihre persönliche Einschätzung ab.» Diese entspreche aber nicht der Realität. «Die Befragung ist wissenschaftlich belegt. Das schliesst aber nicht aus, dass die Teilnehmer schummeln», sagt Petrini. Zudem könne es trotz gesunder Ernährung und genügend sportlicher Aktivität vorkommen, dass Personen leicht übergewichtig sind.

Süssgetränke sind problematisch

Für Kantonsarzt Roger Harstall gibt es nur auf den ersten Blick einen Widerspruch: «Es ist möglich, sich einerseits vor allem von Früchten und Gemüse zu ernähren. Andererseits werden zunehmend Süssigkeiten, Salziges sowie alkoholhaltige und gesüsste Getränke im Vergleich zum reduzierten Bewegungsverhalten konsumiert, was die Energiebilanz aus dem Gleichgewicht bringt.»

Problematisch sei der Konsum von Süssgetränken. Denn dadurch würde man schnell viele Kalorien zu sich nehmen. «Einen wesentlich Einfluss hat nicht nur die Zusammensetzung der Nahrung, sondern auch der Zeitpunkt des Essens», erklärt Harstall. Üppige Mahlzeiten auf die Nacht hin oder fehlendes Frühstück könnten sich bei gleich bleibender Gesamtkalorienzufuhr negativ auf die Energiebilanz auswirken. Und was sollte man tun, um die Festtage gesund zu überstehen? «Wer das ganze Jahr über auf seine Gesundheit achtet und sich bewegt, darf die Festtage kulinarisch geniessen.»

Laut Rea Kühl, Ernährungsberaterin in der Klinik St. Anna, ist es eine individuelle Herausforderung, die Balance zwischen Genuss und Verzicht zu finden. «Es gibt kein richtig oder falsch. Heute gilt als erwiesen, dass eine flexible Kontrolle der Energieaufnahme über beispielsweise eine Woche für die langfristige Gewichtserhaltung erfolgversprechender ist als Diät halten an den Festtagen.» Fakt sei, dass kurzfristig alleine durch Erhöhung der Bewegung eine Gewichtsreduktion praktisch unmöglich ist. Eine längerfristige regelmässige Erhöhung der Bewegung, kombiniert mit einer verminderten Energiezufuhr, sei nötig.

«Bei Menschen mit einer Veranlagung zur Gewichtszunahme werden zusätzliche Kalorien leider nicht einfach verpufft, sondern eingelagert.» Diese Menschen müssten deshalb bewusst Tage mit niedrigerer Essenszufuhr einplanen. Ausserdem betont sie: «Man darf nicht vergessen, dass das Jahr 365 Tage hat und die meisten Menschen zwischen Neujahr und Weihnachten an Gewicht zunehmen und nicht zwischen Weihnachten und Neujahr.»

Derweil stellt man in den Zentralschweizer Migros-Fitnesscentern sowie bei der Tochtergesellschaft One Training Center fest, dass sich jetzt besonders viele Kunden entschliessen, ein Fitness-Abo zu lösen. «Wir stellen im Januar generell eine höhere Kundenfrequenz in unseren Anlagen fest», sagt Rahel Probst, Kommunikationsverantwortliche der Migros-Genossenschaft Luzern.

Sarah Weissmann

Richtig ernähren

Ernährungsberaterin Rea Kühl gibt Tipps für die Festtage.
• Bei üppigem Hauptmenü die Vorspeise weglassen oder ein leichtes Dessert wählen wie Früchte.
• Einen alkoholfreien Aperitif einplanen. Alkohol enthemmt und führt zu einer höheren Essmenge. Zudem hemmt der Alkohol die Fettverbrennung während mehrerer Stunden.
• Regelmässige Bewegungspausen während der Mahlzeit fördern die Sättigungswahrnehmung.
• Über die Festtage auf Süssgetränke und Fruchtsäfte verzichten. Ein Liter Fruchtsaft entspricht im Energiegehalt einer Portion eines leichten Hauptgangs.
• Pro Gang nur einmal schöpfen.
• Energiebewusste Apéro-Ideen sind beispielsweise Grissini mit Bündnerfleisch umwickelt, Bruschetta, Rosmarinfocaccia oder Piadine mit Oliven.

Das sagen Promis

Guido Graf

Gewicht: «stattlich»
Für den Luzerner Gesundheits- und Sozialdirektor Guido Graf (55) steht der Genuss im Vordergrund – nicht nur beim Essen: «Ich geniesse es, dass ich viel Zeit für mich habe. Ab und zu ein längerer Spaziergang entschleunigt meine sonst gedrängten Tage und bringt Erholung.»

Bianca Sissing

Gewicht: «bleibt geheim»
Die Ex-Miss Schweiz Bianca Sissing (35) hält sich mit Yoga fit: «Das ist gut für die Fettverbrennung und die Verdauung. Ausserdem bringt Yoga den Kreislauf in Schwung. Dazu trinke ich viel Grüntee und selbstgemachte Smoothies. Und ganz wichtig ist ausreichend Schlaf.»

Nenad Mlinarevic

Gewicht: «Zufrieden»
Für den Chefkoch des Restaurants Focus im Parkhotel Vitznau, Nenad Mlinarevic (33), gehört Süsses nach dem Essen dazu. Er meint: «Man sollte die Kalorien nicht zählen, sondern einfach geniessen. Wichtig ist, dass man mit sich selbst zufrieden ist, ganz egal, was die Waage anzeigt.»

Ariella Kaeslin

Gewicht: «Optimal»
Die ehemalige Schweizer Kunstturnerin Ariella Kaeslin (27) findet Ernährung wichtig: «Es ist eine grosse Herausforderung, die Balance zwischen genügend Bewegung, gesunder Ernährung und dem Alltagsleben zu finden.» Sie gesteht aber: «Bei Mailänderli werde ich schwach.»

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