GESUNDHEIT: Spital Wolhusen erhält Rückendeckung aus der Bevölkerung

2022 soll das neue Spital den Betrieb aufnehmen. Am Donnerstag standen die Bauherren und Regierungsrat Guido Graf der Bevölkerung Red und Antwort. Fazit: Kritische Fragen blieben aus.

Kilian Küttel
Merken
Drucken
Teilen
In Wolhusen soll bis zum Jahr 2022 ein Spitalneubau entstehen. (Bild: Luzerner Kantonsspital)

In Wolhusen soll bis zum Jahr 2022 ein Spitalneubau entstehen. (Bild: Luzerner Kantonsspital)

Kilian Küttel

kilian.kuettel@luzernerzeitung.ch

110 Millionen Franken soll sie kosten: die neue Klinik des Luzerner Kantonsspitals (Luks) in Wolhusen. Kommen nochmals 15 Millionen hinzu – unter anderem für den Rückbau des bestehenden Gebäudes.

Viel Geld. Das dachten sich wohl die rund 100 Personen, die sich gestern zu einer Informationsveranstaltung im Restaurant Rössli versammelt hatten. Etwa einen Kilometer vom Spitalgelände entfernt, präsentierten die Bauherren das Projekt. «Heute steht vor Ihnen wohl der glücklichste Spitalrat der Schweiz», sagte Spitalratspräsident Beat Villiger. Die sechs Jahre der Planung seien alles andere als einfach gewesen. Nun könne man ein modernes Grundversorgungsspital realisieren. Dessen Masse: 155 Meter in der Länge, 120 Meter in der Breite. Dass es ein Neubau werden sollte – das war nicht von Anfang an klar. Spitalrats-Vizepräsident und FDP-Nationalrat Peter Schilliger sagte am Donnerstag dazu: «Hätten wir uns für eine Sanierung entschieden, wäre der Betrieb für zwei bis drei Jahre stark eingeschränkt gewesen.»

Altes Gebäude wird nicht ganz abgerissen

Ganz weichen muss das bestehende Gebäude aber nicht. «Wir wollen zwei bis drei Untergeschosse für die Technik und für Lagerungszwecke verwenden», so Schilliger. Der Rest der Liegenschaft wird rückgebaut. Das neue Spital soll über 56 Einzelbettzimmer sowie 20 Reha-Betten verfügen (Ausgabe vom 19. Januar). Zum Vergleich: 1962 hatte das Spital 162 Betten, 29 Plätzte für Säuglinge, eine Abteilung für Physiotherapie inklusive Gehbad. «Absoluter Luxus», sagte Richard Herzog, der Leiter des Departementes Wolhusen. Die Entwicklungen in der Medizin hätten die letzten Jahre dazu geführt, dass ein Spital nicht mehr so betrieben werden könne. Neu gehen sie in Wolhusen den Weg, den Gesundheitsdirektor Guido Graf vorgegeben hat: Mit einer chirurgischen Tagesklinik, in welcher sich Patienten nach einer ambulanten Behandlung aufhalten können, soll der Devise «ambulant vor stationär» Rechnung getragen werden.

Spatenstich soll bis 2019 erfolgen

Stellt sich die Frage: Wie geht es weiter? «Der Projektwettbewerb wird noch diesen Monat ausgeschrieben», so Vizepräsident Schilliger. Und: «Ich wünsche mir, dass die Bagger Ende 2019 oder Anfang 2020 auffahren können.» Vorausgesetzt, es gibt keine Einsprachen und mit der Baubewilligung laufe alles rund. Was jedenfalls nach der gestrigen Veranstaltung nicht unrealistisch scheint: Die kritischen Fragen blieben grösstenteils aus. Nur Kantonsrätin Marlis Roos (CVP, Geiss) wollte wissen, ob es neue Ausbildungsplätze gebe. Departementsleiter Richard Herzog verneinte dies.

Über die Zurückhaltung der Anwesenden staunte auch Schilliger: «Wenn so viele Leute kommen und niemand etwas beanstandet, ist das überraschend. Und es macht Mut.» Auch eine Umfrage nach der Veranstaltung förderte wenig Kritisches zutage. Dennoch meinte Hans Pflug aus Wolhusen: «Man hätte Synergien mit dem Spital Sursee nutzen können. So wäre der Aufwand wohl kleiner gewesen.»