GESUNDHEIT: Verunfallte Arbeitslose sollen besser betreut werden

Verunfallte Arbeitslose sollen künftig rascher wieder arbeiten können. Die jährlichen Kosten für Heilung, Taggelder und Renten von rund 125 Millionen Franken sollen so reduziert werden. In einem zweijährigen Pilotprojekt haben Suva und Seco mehrere Massnahmen getestet.

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Das Pilotprojekt UVAL sollte Arbeitslose schneller wieder fit für den Arbeitsmarkt machen. (Bild: pd)

Das Pilotprojekt UVAL sollte Arbeitslose schneller wieder fit für den Arbeitsmarkt machen. (Bild: pd)

Arbeitslose sind nach einem Unfall mehr als anderthalb Mal so lang arbeitsunfähig wie Erwerbstätige. So beziehen Arbeitslose im Schnitt während 69 Tagen Unfalltaggelder, Berufstätige nur während 43 Tagen, wie der Unfallversicherer Suva am Donnerstag mitteilte.

Die Suva und das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) testeten vom Oktober 2010 bis September 2012 im Pilotprojekt Unfallversicherung für Arbeitslose (UVAL) Massnahmen, um die verunfallten Arbeitslosen rascher wieder fit zu machen. Ziel war es, die Zahl der Krankentaggelder der Betroffenen um zehn Prozent zu reduzieren.

Dieses Ziel wurde jedoch gemäss Suva nicht erreicht. Es hätten weniger Personen als erwartet ins Projekt integriert werden können. Aufgrund der zu kleinen Fallzahlen sei auch eine statistisch aussagekräftige Auswertung nicht möglich.

Schneller wieder in den Erwerbsprozess

Suva und Seco wollen trotzdem mehrere Massnahmen weiterführen. Beide Stellen sind überzeugt, dass geeignete Massnahmen dazu beitragen, verunfallte Arbeitslose schneller wieder in den Erwerbsprozess zu integrieren. Dazu zählen etwa die frühe Kontaktaufnahme mit den Betroffenen sowie ein Bewegungsprogramm zur Stärkung der körperlichen und psychischen Leistungsfähigkeit der Arbeitslosen.

Weiter werde geprüft, ob gesamtschweizerisch ein früherer Einbezug des Suva-Kreisarztes umgesetzt und finanziert werden kann. Ebenfalls auf dem Radar seien arbeitsmarktliche Massnahmen während der Arbeitsunfähigkeit und eine engere Zusammenarbeit zwischen der Suva, den regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) und den Arbeitslosenkassen, heisst es in der Mitteilung weiter.

sda/nop