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GESUNDHEIT: Zecken-Virus trifft Luzern weniger hart

20000 Arztbesuche hat das Bundesamt für Gesundheit wegen Zeckenstichen heuer schon gezählt. Im Gegensatz zu anderen Jahren haben sich in der Schweiz deutlich mehr Personen mit dem Zecken-Virus infiziert. In unserer Region sieht es aber anders aus.
Yasmin Kunz
Zecken: Sie sind noch bis im Oktober – unterhalb von 1500 Metern über Meer – aktiv. (Bild: Getty)

Zecken: Sie sind noch bis im Oktober – unterhalb von 1500 Metern über Meer – aktiv. (Bild: Getty)

Yasmin Kunz

yasmin.kunz@luzernerzeitung.ch

Bis Ende August hat das Bundesamt für Gesundheit, kurz BAG, 185 Fälle von Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) registriert. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es im gleichen Zeitraum 156 Fälle, 2015 gar nur 88. Gemäss BAG sei dies im mehrjährigen Vergleich ein hoher Wert. FSME, ein viraler Infekt, wird von der Zecke übertragen und ist seit 1988 meldepflichtig.

Bis Ende August wurden landesweit schätzungsweise 20 000 Arztbesuche wegen Zeckenstichen registriert. Das entspricht gemäss BAG dem Schnitt. Im vergangenen Jahr waren es im gleichen Zeitraum mehr. Bereits Ende Juli 2016, also einen Monat früher, hatte das BAG 20 000 Arztkonsultationen gezählt.

Luzern, Sursee und Willisau sind Risikogebiete

Die Zahl der Arztbesuche basiert auf Hochrechnungen des BAG und ist deshalb mit Vorsicht zu interpretieren, wie Beat Sonderegger, Oberarzt Infektiologe des Luzerner Kantonsspitals, sagt. Sonderegger erklärt, dass die schwankenden Zahlen der FSME-Fälle von der Zeckenaktivität abhängen. Diese werde unter anderem von klimatischen Bedingungen beeinflusst. Ausserdem spielt auch das Freizeitverhalten der Menschen eine Rolle. «Je öfter sich der Mensch draussen aufhält, umso grösser ist die Wahrscheinlichkeit, von einer Zecke gestochen zu werden.» Zu den Risikogebieten im Kanton Luzern gehören etwa die Regionen Sursee, Willisau und Luzern. Wer von einer Zecke gestochen wird, sucht in der Regel den Hausarzt auf.

Aldo Kramis, Präsident der Luzerner Ärztegesellschaft, beobachtete im Monat August keinen markanten Anstieg von Zeckenstichen. «Zecken sind das ganze Jahr über Thema in der Hausarztpraxis.» FSME würde er kaum diagnostizieren. Lyme-Borreliose – die andere von der Zecke übertragene Krankheit – schon eher. Bei der Borreliose handelt es sich um einen bakteriellen Infekt. Gemäss BAG liegt die Zahl der Borreliose-Fälle dieses Jahr tiefer als im Vorjahr. Auch im Spital spürt man bis dato keine Zunahme an FSME-Patienten. Sonderegger: «Wir Spezialisten sehen diejenigen Personen, bei welchen eine Infektionskrankheit im Zusammenhang mit einem Zeckenstich vermutet wird oder besonders schwerwiegende Fälle.» In der Regel verläuft die FSME mit leichten Symptomen wie Kopfschmerzen und Fieber. Neurologische Probleme wie etwa Verwirrung oder Gleichgewichtsstörungen seien selten.

Zeckensaison dauert bis Oktober

Die wirksamste Methode gegen die FSME-Erkrankung ist die Impfung. Der Infektiologe rät, während der Wintermonate zu impfen, damit bereits zu Beginn der nächsten Zeckensaison – zwischen März und Oktober – ein ausreichender Impfschutz vorhanden ist. Grundsätzlich kann die Impfung, welche drei Dosen umfasst, aber jederzeit gemacht werden. Die Impfkosten werden in der Regel von der Krankenkasse übernommen. Weiter rät Beat Sonderegger, im Wald lange Hosen, Socken und hohe Schuhe zu tragen. Auch Zeckensprays können vor Stichen schützen (siehe Kasten).

Hinweis

Seit März 2015 ist die Applikation «Zecke» für Smartphones und Tablets erhältlich. Die Zecken-App besteht aus einem Warn- und einem Informationsdienst und zeigt das richtige Verhalten bei einem Zeckenstich.

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