Gesundheitsdirektor Graf erklärt widersprüchliche Aussagen

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Kinderspital nus. Verschiebungen von Projekten wie der Neubau des Luzerner Kinderspitals seien «nicht auf finanzielle Gründe zurückzuführen, sondern der gesamtheitlichen Planung geschuldet». So beantwortete Gesundheits- und Sozialdirektor Guido Graf die Frage unserer Zeitung, warum ein neues, 60 Millionen Franken teures Kinderspital in immer weitere Ferne rückt (Ausgabe von gestern). Am 26. Januar sagte der gleiche CVP-Regierungsrat im Kantonsrat: «Die Planung des Neubaus verschiebt sich auch aus finanziellen Gründen.»

«Beides ist richtig»

Auf erneute Nachfrage sagt Graf nun, das sei «kein Widerspruch, beide Aussagen sind richtig». Erklären liessen sich die gemachten Aussagen so: Die Verschiebung des Kinderspitals sei Teil der Gesamtplanung der Osterweiterung des Spitals – und dort gebe es verschiedene Abhängigkeiten. «Es ist aber nicht so, dass der Neubau verschoben werden musste, weil das Geld fehlt», sagt Graf. Vielmehr sei es so, dass das Kinderspital aus medizinischen, baulichen und eben auch finanziellen Gründen in die Gesamtplanung aufgenommen worden sei – und sich der Neubau dadurch verzögert habe. «Ein Kinderspital als Insellösung wäre auch wirtschaftlich nicht sinnvoll und im Betrieb teurer denn als Teil einer Gesamtlösung», erklärt der Gesundheitsdirektor.

Wird Wolhusen bevorzugt?

Für Stirnrunzeln unter Kantonsräten sorgt aber nicht nur die Verschiebung der Planung eines neuen Kinderspitals, sondern auch die Tatsache, dass die Realisierung eines neuen Spitals in Wolhusen viel rascher passiert. Der 110 Millionen Franken teure Neubau soll 2019 betriebsbereit sein. Ein neues Kinderspital, in sämtlichen Planwerken immer als erste Priorität ausgewiesen, hätte laut Planungsbericht der Regierung vom Oktober des letzten Jahres 2020 stehen sollen. Inzwischen redet die Spitalleitung von 2025 oder gar erst 2030. Guido Graf begründet dies so: «Die Planung für Wolhusen und die Osterweiterung (darin integriert ist das Kinderspital, Anmerkung der Red.) laufen parallel. Es gibt keine Priorisierung für Wolhusen.» Die Planung in Luzern sei aber viel komplexer und werde deshalb länger dauern als jene in Wolhusen.