Gesundheitszentren machen Schule: Das Hochdorfer Konzept gibts künftig auch in Hildisrieden

Am Mittwoch ist der Spatenstich für ein neues medizinisches Zentrum in Hildisrieden. Dieses soll eng mit Hochdorf, Eschenbach und Hitzkirch zusammenarbeiten – dank eines innovativen Arztes.

Reto Bieri
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Einblick in das neue medizinische Zentrum in Hochdorf, welches jenem in Hildisrieden als Partner zur Seite steht.

Einblick in das neue medizinische Zentrum in Hochdorf, welches jenem in Hildisrieden als Partner zur Seite steht.

Bild: Nadia Schärli (13. Oktober 2020)

Während Anfang Oktober in Hochdorf das neue medizinische Zentrum seine Türen öffnete, findet heute Mittwoch in Hildisrieden für ein ebensolches der Spatenstich statt. Das vierstöckige Wohn- und Geschäftsgebäude, welches der Luzerner Gemeindepersonalkasse gehört, entsteht im Gebiet Waldmatt beim Kreisel mitten im Dorf. Ins Erdgeschoss zieht die Gemeinschaftspraxis ein, im ersten Stock eine Physiotherapiepraxis.

Hausarzt Cornel Raess.

Hausarzt Cornel Raess.

Bild: Nadia Schärli

Treibende Kraft hinter der Arztpraxis ist der Hitzkircher Hausarzt Cornel Raess. Unter seiner Federführung entsteht nach Hitzkirch, Eschenbach und Hochdorf nun in Hildisrieden das vierte medizinische Zentrum im Seetal. Die Praxis ist rund 400 Quadratmeter gross und umfasst sechs Sprechzimmer. Die Investitionen belaufen sich auf rund 1,2 Millionen Franken. Aufgrund von Einsprachen hat sich der Baustart um ein Jahr verzögert. Geplante Eröffnung der Praxis ist im Frühling 2022.

Praxen arbeiten eng zusammen

Drei Allgemeinärzte teilen sich rund 200 Stellenprozente. Das Konzept ist gemäss Raess das gleiche wie bei den anderen Seetaler Zentren. «Die beteiligten Ärzte können Aktionäre werden und damit Teilhaber der Praxis.» Mittels Aktionärsbindungsverträgen sind die vier Zentren zudem untereinander verknüpft. Damit sei die Zusammenarbeit gewährleistet, und die medizinische Versorgung im Seetal werde sichergestellt.

Initiant der Gemeinschaftspraxis ist der Hildisrieder Arzt Urs Rimensberger, der sich altershalber zurückziehen möchte. Seit 1993 führt er die Arztpraxis, die zuvor während 38 Jahren sein Vater leitete. Um auch künftig die medizinische Grundversorgung im Dorf sicherzustellen, wandte er sich an Raess. Die Gemeinschaftspraxis bezeichnet Rimensberger als Wunschlösung. «So können wir den Patientinnen und Patienten eine nahtlose Übergabe gewährleisten und die Praxis in gute Hände weitergeben.»

Arzt hat Baupläne selber entworfen

Nach der Aufbauarbeit werden die Praxisgemeinschaften das Tagesgeschäft selbstständig bestreiten. Raess werde jede Woche für Besprechungen und koordinierende Arbeiten in den Seetalpraxen anwesend sein, sei es für Gespräche oder die Koordination zwischen den Praxen.

Cornel Raess hat die Baupläne für die vier Seetaler Gemeinschaftspraxen selbst entworfen und Investoren für die Gebäude gesucht, ebenso das Personal. Daneben arbeitet er in einem 50-Prozent-Pensum als Arzt in Hitzkirch. Mit der Eröffnung der Zentren in Eschenbach und Hochdorf sei das Jahr herausfordernd gewesen. «Ich bin froh, dass es nun ruhiger wird.» Weitere Zentren in anderen Regionen seien derzeit nicht geplant. «Ich kann mir aber vorstellen, bei solchen Projekten künftig beratend zur Seite zu stehen.»

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