Getränke
Luzerner Kantonsspital setzt wieder auf regionale Lieferanten – Schürch Getränke: «Solche Aufträge helfen uns mehr denn je, Arbeitsplätze zu sichern»

Die Mineralquelle Bad Knutwil AG darf das Luzerner Kantonsspital auch im Patientenbereich wieder beliefern, die Schürch Getränke AG erhielt den Zuschlag für die Getränkelogistik. Für die beiden Unternehmen ein enorm wichtiger Auftrag.

Fabienne Mühlemann
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Seit Anfang Jahr setzt das Luzerner Kantonsspital (Luks) wieder auf regionale Getränkelieferanten. Das teilten die Verantwortlichen der Mineralquelle Bad Knutwil AG und der Schürch Getränke AG in Rothenburg diese Woche mit. Vor fünf Jahren hatte Knutwiler den Auftrag für die Getränkelieferung der 1-Liter-­Mineralwasserflaschen im Patientenbereich verloren, Schürch konnte das Spital nach über 20 Jahren gar nicht mehr beliefern. Dementsprechend enttäuscht reagierten die Verantwortlichen damals. Das Luks begründete den Entscheid damit, bei einer Ausschreibung jeweils das wirtschaftlichste Angebot auszuwählen. Damals setzte man auf Henniez und Stardrinks.

Knutwiler erhält einen Grossauftrag zurück.

Knutwiler erhält einen Grossauftrag zurück.

Bild: Eveline Beerkircher (30. März 2016)

Nun kehrt man also wieder zum Altbewährten zurück. «Der regionale Anbieter Knutwiler gewann die Ausschreibung mit dem wirtschaftlich günstigsten Angebot. Die Schürch Getränke AG erhielt den Zuschlag für die Getränkelogistik», heisst es beim Luzerner Kantonsspital auf Anfrage. Das wirtschaftlich günstigste Angebot sei mittels verschiedener unterschiedlich gewichteter Kriterien eruiert worden. Genauer wird nicht darauf eingegangen: «Bei weitgehend standardisierten Gütern hat der Preis bei der Vergabe jeweils ein hohes Gewicht. Generell nennt das Luks zu einzelnen Ausschreibungen – unter anderem im Interesse der Mitbewerber im Beschaffungsverfahren – keine Angebotspreise.»

«Bedeutend für die regionale Wertschöpfung»

Die beiden regionalen Getränkelieferanten sind erleichtert, dass sie den Auftrag nach fünf Jahren wieder erhalten haben. «Es war immer unser Ziel, das Luks bei der nächsten Gelegenheit zurückzugewinnen. Aus Preis- und Margensicht war die Ausschreibung gegen die Grosskonzerne eine grosse Herausforderung. Umso mehr freuen wir uns, den Zuschlag erhalten zu haben», sagt Stefan Suter, CEO der Mineralquelle Bad Knutwil AG. Auch aus ökologischer Sicht mit den kurzen Transportwegen mache der Zuschlag Sinn. Man habe alles daran gesetzt, mit dem bestmöglichen Angebot die Zuschlagskriterien optimal zu erfüllen.

Der Auftrag umfasst das Hauptvolumen der 1-Liter-Flaschen Mineralwasser für den Patientenbereich des Luks an den Standorten in Luzern, Sursee und Wolhusen. Pro Jahr verbraucht das Luks laut eigenen Angaben fast 500'000 1-Liter-Mineralwasser-Flaschen. Zudem ist Knutwiler wie bis anhin in den Personalrestaurants mit den 0,5-Liter-Flaschen Mineralwasser und Erfrischungsgetränken vertreten. «Das Luks gehört mengenmässig zu unseren Top-10 Kunden und ist einer der grössten Mineralwasserabnehmer in der Zentralschweiz. Der Auftrag ist für uns als Marktführer ein wichtiger Referenzauftrag und auch für die regionale Wertschöpfung äusserst bedeutend», sagt Suter.

«Beziehung zum Luks war stets intakt»

Ähnlich tönt es bei Toni Schürch, Geschäftsführer des Familienbetriebs Schürch Getränke: «Für unsere Firma und alle Mitarbeitenden ist dieser Auftrag eine riesige Motivation, gerade in der durch coronageprägten schwierigen Zeit. Solche Aufträge helfen uns mehr denn je, Arbeitsplätze zu sichern.» Details zum Auftrag möchte er keine preisgeben. Er verrät so viel: «Wir beliefern die Gastronomie und das Gewerbe im Grossraum Luzern, Sursee, Wolhusen mit unserem Getränkesortiment sowie den eigenen Produkten aus der Amstutz-Manufaktur.»

Schürch betont, dass die Beziehung zum Luks stets intakt war: «Natürlich ist es immer hart, wenn man als Lieferant den Zuschlag für einen Auftrag nicht erhält. Doch wir haben damals die Situation auch als Chance betrachtet und intern viele Faktoren genau analysiert, um dem Kunden zukünftig einen noch besseren Mehrwert bieten zu können.» So habe man sich an Knutwiler gewandt und in enger Zusammenarbeit beispielsweise durch grössere Liefereinheiten und der Koordination von Lagerhaltung und Logistik das Angebot optimieren und durch weniger Transporte ökologischer gestalten können. «Offenbar haben wir die Hausaufgaben richtig gemacht.»