GETTNAU: Sie hat das Theatervirus im Blut

Erst sagte sie als Souffleuse, was gesagt wird. Und jetzt sagt Petra Suppiger als Regisseurin, wie Theater funktioniert.

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Petra Suppiger ist Regisseurin bei den Theaterfründä Gettnau. (Bild: Pius Amrein (Gettnau, 9. März 2017))

Petra Suppiger ist Regisseurin bei den Theaterfründä Gettnau. (Bild: Pius Amrein (Gettnau, 9. März 2017))

Anderen würden vielleicht die Nerven flattern, sie würden allenfalls energisch oder laut. Nicht jedoch Petra Suppiger. Seelenruhig schaut sie dem Geschehen zu, das sich auf der Bühne in der Gett­nauer Mehrzweckhalle abspielt. Die Hauptprobe des Lustspiels «D Bääsehäx» läuft. Nein, noch nicht ganz alles läuft rund. Da gibt’s ab und zu mal eine kleine Textpanne, und da verselbstständigt sich der Besenstiel, mit dem die Bääsehäx wirbelt. Die Regisseurin muss ob gewissen Patzern selber lachen. «Chonnt scho guet. Weiterspielen», sagt sie bloss. «Wir schauen dann.»

So tönt es vielleicht auch beruflich mal, wenn die 40-Jährige als Leitende Medizinische Praxisassistentin in der Notfallpraxis Patienten beruhigen muss. Etwas macht aber selbst ihr «ein etwas mulmiges Gefühl»: «Da gibt es zwei Szenen mit etwas ganz Speziellem, was wir noch nicht richtig proben konnten», sagt Petra Suppiger. Haben diese Szenen allenfalls mit dem Drahtseil zu tun, das über die Bühne gespannt ist, und mit dem «Hexenflug», von dem im Stück die Rede ist? Petra Suppiger schmunzelt schon wieder. «Wir werden sehen ...»

«Gemütlich, lustig und friedlich» ist die Devise der Theaterfründa Gettnau – und dem wird auch bei der Hauptprobe nachgelebt. Petra Suppiger ist selber nie als Darstellerin auf der Bühne gestanden. Sie hat gerade einmal im Souffleusekasten beim Theater der Landjugend Geiss gesessen, bevor sie dort die Regie übernahm. «Das war ein richtiger Karrieresprung», lacht sie, die noch immer in Geiss wohnt. Der Laientheatervirus hat sie als Kind gepackt. Da hat sie ihre Mutter, die Theater spielte, oft an die Proben begleitet. Sich verstellen und damit andern eine Freude bereiten, das fasziniere sie nach wie vor. Nun, Freude und auch viele Lacher bescheren wird die aufge­legte Truppe auch am Samstag an der Premiere: Die Geschichte rund um den schrulligen Bauern Näpfli, seine drei vorwitzigen, noch ledigen Schwestern, den Knecht Gusti und den schrägen Naturforscher Hägeli garantiert einen unbeschwerten Laientheaterabend. Und da wirbelt ja auch noch der Hexenbesen einiges auf – nicht nur Staub. Damit alles rund kommt, wird noch eine Extraprobe angesetzt.

Hannes Bucher

kanton@luzernerzeitung.ch

Hinweis

Die Spieldaten: Samstag, 11. März, 20 Uhr, Sonntag, 12. März, 13.30 Uhr, Freitag, 17. März, 20 Uhr, Samstag, 18. März, 20 Uhr. Reservationen und alle Infos unter theaterfründa-gettnau.ch/