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GEUENSEE: Sie beliefern auch Christa Rigozzi und Didier Cuche

Drei Frauen widmen sich einem nicht alltäglichen Hobby. Sogar Kinder von Schweizer Prominenten ­tragen ihre handgemachten Kappen. Jetzt träumen die Unternehmerinnen vom nächsten Schritt.
Renate Fischer (links) und ihre Buben, Lenny und Matteo, zusammen mit Sabrina Zanatta. (Bild: Dominik Wunderli (Geuensee, 23. Januar 2018))

Renate Fischer (links) und ihre Buben, Lenny und Matteo, zusammen mit Sabrina Zanatta. (Bild: Dominik Wunderli (Geuensee, 23. Januar 2018))

Güggel, Katze, Hund, Esel, Kuh: Diese Tiere spielen für Renate ­Fischer, Nicole Bussmann und ­Sabrina Zanatta bei der Ausübung ihres nicht alltäglichen Hobbys eine wichtige Rolle. Die drei ­Mütter nähen mit diesen Motiven witzige, zuweilen sogar trendy-originelle und trotzdem praktische Kinderkappen. «Aber auch Frauen und Männer interessieren sich für unsere Modelle», sagt Fischer. Neben den Tiersymbolen – zusammengefasst unter dem Namen «CHappunzel» – gehören die Modelle «CHatzestreckerli», «CHöpfler» und «CHopfband» ebenfalls zur Kollektion. Das CH steht für das Schweizer Produkt.

Jeweils am Dienstagmorgen in Geuensee und an jedem zweiten Freitagmorgen in Sempach wird genäht. Dabei Spass haben, ist den drei Frauen ein grosses Anliegen. Der gesellschaftliche Aspekt darf ebenfalls nicht zu kurz kommen. «Wir ergänzen uns optimal», sagen Renate Fischer und Sabrina Zanatta. Beide haben den Beruf der Dekorationsgestalterin erlernt. Nicole Bussmann arbeitet im Teilpensum als Fachkraft für Textiles Werken.

Kleiner Betriebsausflug zum Stoffeinkauf

Die Geschäftsidee stammt jedoch nicht von diesem Trio. Der Ursprung lag bei Fischers Schwägerin. Sie brachte eine Kappe aus Dänemark mit. Diese habe sie im Winter ihrem Sohn aufgesetzt, erinnert sich die zweifache ­Mutter. «Von den vielen positiven Rückmeldungen motiviert, begann das Projekt 2010 konkrete Formen anzunehmen.»

Mittlerweile fanden mehrere hundert Kappen einen Besitzer. Zwar haben die drei Frauen ein kleines Lager. Viel wird aber nach Bedarf produziert – darunter Massanfertigungen. Im letzten Jahr passierte das an einem Dutzend Märkten, umgesetzt wird ebenfalls übers Internet. «Langsam verdienen wir etwas», sagt Fischer und lacht. Reich werde man aber nicht.

Der Stoff wird regional oder mehrheitlich auch auf dem Markt – und zwar in Freiburg im Breisgau sowie in Weil am Rhein – eingekauft. Oft geschieht dies mittels kleinem Betriebsausflug. Über 700 verschiedene Stoffe, jeweils in kleinen Mengen bezogen, wollen verarbeitet sein. Während Fischer für den Einkauf verantwortlich ist und auch zuschneidet, näht Zanatta. Bussmann kümmert sich um die Feinarbeit, den Finish. An einer Kappe arbeiten die Frauen zwischen 30 und 45 Minuten. Rund 30 Franken kosten ihre Exemplare. Für die Produktion verwenden sie vorwiegend Baumwolljersey- oder Strickstoff. Für besonders kalte Tage gibt es CHappen aus Faserpelz.

«Die Menschen geben uns die Ideen», sagt Renate Fischer. Es sei eine entspannende und zugleich faszinierende Arbeit. «Positiv ist auch, dass man sich die Zeit selber einteilen, die Familie weiterhin im Vordergrund behalten kann.» Um jeweils im Herbst bereit zu sein, erfolgt das Kick-off zu den Vorbereitungsarbeiten bereits im Frühling. «Dadurch haben wir keinen unnötigen Zeitdruck», sagt Zanatta. Bis Weihnachten wird dann das Gaspedal voll gedrückt, «um nach der kreativen Fasnachtspause erneut durchzustarten», betont Fischer. «Wir freuen uns, wenn wir jemandem eine Freude bereiten können. Und wenn wir Kinder mit unseren Kappen rumlaufen sehen, ist das für uns das höchste aller Gefühle, quasi der Lohn für die Arbeit.» Die Drillinge von Anita Weyermann, die Zwillinge von Christa Rigozzi oder der Nachwuchs von Didier Cuche tragen ebenfalls von den drei Frauen genähte Kappen. Und immer wieder kommt es vor, dass sie welche verschenken. «Wenn die Kinder wach­sen, eine andere Grösse brauchen, kommt stets etwas zurück», so ­Fischer. Werbemässig profitieren sie am meisten von der Mundpropaganda.

Das Trio ist zufrieden, wie es momentan läuft. Trotzdem haben die drei Powerfrauen einen Traum. «Ein Ausstellungsraum mit Atelier wäre schon toll. Doch dazu ist die Zeit wohl noch nicht reif», sagt Sabrina Zanatta. Renate Fischer nickt.

Ernesto Piazza

ernesto.piazza@luzernerzeitung.ch

Hinweis

Weitere Informationen gibt es unter: www.chappunzel.ch.

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