GEWÄSSER: Katastrophen-Jahr für Luzerner Fische

2008 war ein katastrophales Jahr für Fischerei und Gewässer. Mit 46 Gewässerverunreinigungen und Tausenden von toten Fischen hat Luzern einen bisher einsamen Rekord der Zerstörung erreicht.

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Eine Forelle, verendet wegen Gülle in einem Luzerner Bach. Bild Peter Fischli/Neue LZ (Archiv)

Eine Forelle, verendet wegen Gülle in einem Luzerner Bach. Bild Peter Fischli/Neue LZ (Archiv)

Wie der Fischereiverband des Kantons Luzern mitteilte, sei Luzern schon immer einer der Kantone mit den höchsten Gewässerverunreinigungen «aber mit der Statistik 2008 bricht Luzern alle Rekorde», so der Verbandspräsident Franz Häfliger.

Amtlich seien 46 Verunreinigungen registriert worden. Dazu komme jedoch eine Dunkelziffer, weil nicht alle Fälle gemeldet würden. Von den 46 Unfällen sind 33 infolge auslaufender Gülle der Landwirtschaft zuzuschreiben. Am stärksten betroffenen sind die Regionen Seetal, Rottal, Wiggertal, Hinterland und Sempachersee.

Unachtsam, gleichgültig, ignorant
Dass Luzern schweizweit trauriger Spitzenreiter ist, führt der Fischereiverband auf die sehr hohen Tierbestände und ihrem Güllenanteil zurück. Wenn auch viele Bauern ihre Verantwortung wahrnehmen würden, gebe es im Kanton leider noch immer zu viele veraltete Anlagen oder Landwirte, die gegenüber dem Lebensraum Gewässer unaufmerksam und gleichgültig seien. «Vorsätzlich entstehen die Schäden nicht, leider müssen wir aber vielerorts eine untolerierbare Ignoranz feststellen», so Häfliger.

Für ihn ist klar, «dass wir diese Situation nicht akzeptieren können.» So müsse in der Landwirtschaft selbst die Sensibililtät im Umgang mit Gülle erhöht werden, die Behörden müssten Massnahmen ergreifen. Schliesslich wird die Bevölkerung gebeten, Zuwiderhandlungen oder Unfälle sofort der Polizei zu melden.

kst