Gewalt auf dem Bauernhof nimmt zu

Immer mehr Frauen vom Land suchen Zuflucht im Frauenhaus Luzern. Meist sind es solche, die zuvor jahrelang auf dem Hof ausgeharrt haben – bis die Kinder aus dem Haus waren.

Drucken
Teilen
Das Frauenhaus ist Zuflucht für Frauen, die von ihrem Mann geschlagen werden. (Symbolbild Archiv/Neue LZ)

Das Frauenhaus ist Zuflucht für Frauen, die von ihrem Mann geschlagen werden. (Symbolbild Archiv/Neue LZ)

Man arbeitet den ganzen Tag auf dem Hof, geht auswärts arbeiten für einen Zusatzverdienst, und trotzdem fehlt das Geld an allen Ecken und Enden. Diese Erfahrung machen viele Bauernfamilien. Mancherorts schlagen diese harten Lebensumstände in Gewalt um. Dem Hof zuliebe bleiben die Partner trotzdem zusammen. In den letzten Monaten zeigt sich jedoch eine gegenläufige Tendenz, wie Andrea Wechlin, Geschäftsleiterin des Frauenhauses Luzern, sagt. «Wir verzeichnen einen deutlichen Anstieg von Frauen aus ländlichen Gebieten», sagt sie. «Das zeigt uns, dass häusliche Gewalt auch im ländlichen Umfeld existiert und dass Betroffene zunehmend die Hilfs- und Unterstützungsangebote nutzen.»

Häufig seien es Frauen, deren Kinder schon im Teenageralter oder erwachsen seien. «Manche von ihnen haben mit 20, 25 geheiratet und sich durchgebissen, bis die Kinder draussen waren», sagt Wechlin. Anders als bei Frauen in der Stadt laste auf ihnen meist mehr Verantwortung – des Familienhofes wegen. «Es besteht die Gefahr, dass eine ganze Existenz kippt, wenn sie ihren Mann verlassen.» Oftmals litten die Frauen unter körperlicher und/oder sexueller Gewalt und wurden über Jahre gedemütigt und abgewertet.

Konkrete Zahlen kann sie nicht nennen, da die Herkunft der Frauen nicht systematisch erfasst wird. Es seien aber immer mehr Frauen aus dem Entlebuch, dem Emmental und anderen ländlichen Gebieten, die Zuflucht suchen würden.

Luzia Mattmann

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Freitag in der Neuen Luzerner Zeitung oder als AbonnentIn kostenlos im E-Paper.