GEWALT: Gespräch suchen, mahnen, dann durchgreifen

Die Gewalt gegen Polizisten ist massiv gestiegen. Die grösste Polizeischule der Schweiz in Hitzkirch will dieser Tendenz mit realitätsnahem Training entgegenwirken.

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Trainingsszene im IPH. (Bild pd)

Trainingsszene im IPH. (Bild pd)

Gab es im Jahr 2003 erst 1125 Anzeigen wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte, waren es 2008 schon 2024, wie die Interkantonale Polizeischule Hitzkirch (IPH) mitteilt. Diese Entwicklung müsse dringend gestoppt werden, wurde die Baselbieter Sicherheitsdirektorin Pegoraro zitiert. Drei Polizisten berichteten am Mittwoch in Hitzkirch den Medien von ihren Erfahrungen als Angegriffene.

3-D-Strategie soll Erfolg bringen
Um brenzligen Situationen entgegen zu wirken, müssten solche realitätsnah trainiert werden, hiess es weiter. Die Schule empfahl dazu die so genannte 3-D-Strategie, die der Reihe nach auf Dialog, Deeskalation und Durchgreifen setzt. Demnach soll der Polizist in Konfliktlagen zuerst durch ein Gespräch versuchen, die Lage zu entspannen. Gelingt dies nicht, soll durch Mahnen deeskaliert werden und erst wenn dies nichts nützt, wird durchgegriffen, das heisst die Gewalt gestoppt, Täter verhaftet und Ruhe hergestellt.

Jährlich 300 bis 400 Absolventen
An der im September 2007 eröffneten IPH werden jährlich 300 bis 400 Absolventen aus elf Kantonen auf ihre Aufgaben als Polizisten vorbereitet. Jüngst hatte auch der Verband Schweizerischer Polizei-Beamter (VSPB) von zunehmenden Gewaltakten gegen die Polizei berichtet. Das Thema Gewalt gegen Polizisten will der VSPB an seinem jährlichen Forum «Innere Sicherheit» vom 6. November in Bern thematisieren.

ap