GEWALT IM SPORT: Rayonverbot für Luzerner "Capo" war rechtmässig

Ein Luzerner Fussball-Chaot ist nach einer Pyro-Aktion in Thun zu Recht mit einem einjährigen Rayonverbot bestraft worden. Zu diesem Schluss kommt das bernische Verwaltungsgericht.

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Fackeln sind in den Fussballstadien verboten, werden aber, wie hier beim Spiel des FC Luzern gegen den FC Lausanne im April 2013, dennoch gezündet. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ (Archiv))

Fackeln sind in den Fussballstadien verboten, werden aber, wie hier beim Spiel des FC Luzern gegen den FC Lausanne im April 2013, dennoch gezündet. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ (Archiv))

Nach Erkenntnissen der Berner Polizei hatte der Mann im November 2011 eine Pyro-Aktion im Thuner Stadion koordiniert. Luzerner Fans hatten zu Beginn der zweiten Halbzeit des Spiels Thun-Luzern (3:1) Handlichtfackeln abgebrannt.

Die bernische Polizei- und Militärdirektion brummte dem Mann ein einjähriges Rayonverbot auf und stützte sich dabei auf das Anti-Hooligan-Konkordat. Der Luzern-Fan musste sich ein Jahr lang während Fussballspielen von der Arena Thun, dem Berner Stade de Suisse und der Gurzelen in Biel fernhalten.

Der Mann wehrte sich gegen die Massnahme, die er als "unverhältnismässig" bezeichnete - zumal sie ein schweizweites Stadionverbot nach sich zog, das der Schweizerische Fussballverband aussprach und das noch bis Ende 2014 gültig ist.

Das bernische Verwaltungsgericht wies die Beschwerde des Fans gegen den kantonalen Entscheid nun ab, wie aus dem am Dienstag veröffentlichten Urteil hervorgeht. Um ein Rayonverbot erteilen zu können, bräuchten die Behörden keinen strafprozessualen Beweis oder gar eine rechtskräftige Verurteilung.

Verdacht reicht

Vielmehr reiche ein hinreichender Verdacht, dass sich der Beschwerdeführer "im Sinn des Konkordats gewalttätig verhalten" habe. Als Nachweis dienten etwa polizeiliche Anzeigen, glaubwürdige Aussagen und Bildaufnahmen aus dem Stadion.

Im vorliegenden Fall werde die Darstellung der Polizei durch die Bilder der Stadionkameras gestützt. Weiter habe der Sicherheitsverantwortliche des FC Luzern den Beschwerdeführer als diejenige Person identifiziert, die mit dem Megaphon auf dem Zaun sass.

Der "Capo" habe in der polizeilichen Einvernahme selber eingeräumt, dass er auf den Zaun gestiegen sei und sich mit einem Megaphon an die Fans gerichtet habe. "Es besteht der hinreichende Verdacht, dass es der Beschwerdeführer war, der das Zeichen zum Abbrennen der Handfackeln gab", fasst das Verwaltungsgericht zusammen.

Der Einwand, die Aktion sei schon vor dem Spiel vorbereitet worden und der Capo habe nicht noch zur Handlung anstiften müssen, ziele ins Leere. Das Verwaltungsgericht wies die Beschwerde ab und brummte dem "Capo" Verfahrenskosten in der Höhe von 3000 Franken auf. (sda)