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GEWALT: Randale in Durchgangszentrum in Kriens

Wegen Unruhe im Durchgangszentrum für junge Asylbewerber in Kriens hat die Luzerner Polizei am Freitagabend ausrücken müssen. Anlass war, dass den Asylbewerbern die Sozialhilfe gekürzt worden war, weil sie neu das Essen abgegeben erhalten.
Eröffnung des Asylzentrum Grosshof Fotografiert am 24. November 2017 in Kriens ( Nadia Schärli / Luzernerzeitung ) (Bild: Nadia Schärli (Kriens, 24. November 2017))

Eröffnung des Asylzentrum Grosshof Fotografiert am 24. November 2017 in Kriens ( Nadia Schärli / Luzernerzeitung ) (Bild: Nadia Schärli (Kriens, 24. November 2017))

Die Luzerner Polizei spricht in einer Mitteilung vom Samstag von "Ausschreitungen". Es sei zu Sachbeschädigungen an Gebäude und Mobiliar gekommen. Die Einsatzkräfte seien mit einem grösseren Aufgebot ausgerückt und dann vor Ort mit Steinen beworfen worden. Die Polizei habe Pfefferspray eingesetzt und drei junge Asylbewerber vorübergehend festgenommen und in Polizeigewahrsam genommen.

Silvia Bolliger, Leiterin Dienststelle Asyl- und Flüchtlingswesen, spricht von "Randalen". Es habe keine Gewalt zwischen den Asylbewerbern oder gegen das Personal des Zentrums gegeben, sagte sie auf Anfrage. Anlass sei auch kein ethnischer Konflikt gewesen.

Das Durchgangszentrum für junge Asylbewerber war im Dezember 2017 eröffnet worden. Auf Januar 2018 wurde die Sozialhilfe gekürzt, weil neu die jungen Menschen an sieben Tagen die Woche das Essen im Zentrum erhalten. Dies habe zu Unmut geführt, sagte Bolliger.

Unruhe hatte es deswegen bereits am Donnerstag gegeben (wir berichteten). Die Zentrumsleitung entschied, vier Personen zu einem "Time Out" an andere Plätze zu verschieben. Diese Verschiebung löste dann am Freitag neue Randale aus.

Nach Angaben der Luzerner Polizei hatte sich die Situation um 21 Uhr wieder beruhigt. Das Durchgangszentrum hält trotz der Proteste an der Essensabgabe und der Kürzung der Sozialhilfe fest. Es gehe darum, dass sich die Jugendlichen ausreichend und gesund ernährten, sagte Bolliger. Andernfalls bestehe die Gefahr, dass sie das Geld nicht fürs Essen ausgeben würden. (sda)

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