GEWALTDELIKT: Geschlossene Anstalt für Luzerner Schläger

Im Oktober 2008 wurde ein 28-jährigen Engländer in Luzern von einem 23-jährigen Mann aus Tibet tödlich verletzt. Der Täter wird wegen Wiederholungsgefahr vorsorglich in eine geschlossene Anstalt eingewiesen.

Drucken
Teilen
Blumen und Kerzen: Der Tatort bei der Seidenhofstrasse einige Tage nach dem Vorfall. (Bild Boris Bürgisser/Neue LZ)

Blumen und Kerzen: Der Tatort bei der Seidenhofstrasse einige Tage nach dem Vorfall. (Bild Boris Bürgisser/Neue LZ)

Der Vorfall ereignete sich in der Nacht des 25. Oktobers 2008 an der Seidenhofstrasse in Luzern. Ein 28-jähriger Engländer wurde von einem Mann aus Tibet mit einem Schlag zu Boden gestreckt und erlag tags darauf seinen Verletzungen. Im Obduktionsbericht des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Zürich wird festgehalten, dass die Todesursache direkt auf den Sturz zurückzuführen ist, wie die Strafuntersuchungsbehörden mitteilen.

Täter ist geständig – und vorbestraft
Der 23-jährige Mann aus Tibet hat ein Geständnis abgelegt. Bei der polizeilichen Befragung bestätigte er, dass er dem Opfer einen Schlag mit der Hand versetzt habe. «Er hat uns verbal beleidigt. Das wollte ich mir nicht gefallen lassen. Ich wollte ihn aber sicher nicht umbringen», gab der Angeschuldigte der Polizei zu Protokoll. Der Angeschuldigte ist bereits wegen Gewaltdelikten vorbestraft, weshalb er forensisch-psychiatrisch begutachtet wurde. Der Gutachter kam zum Schluss, dass es beim Täter zu weiteren Gewalttaten kommen könnte. Die zuständige Amtsstatthalterin hat daher die Einweisung in eine geschlossene Anstalt angeordnet.

Vorfälle in den Kantonen St. Gallen und Zürich
Der mutmassliche Täter hat sich zudem wegen eines Vorfalles im Kanton St. Gallen zu verantworten. Im Mai 2008 hat er zusammen mit einem italienischstämmigen Jugendlichen in einem Zug von St. Gallen nach Wil zwei Jugendliche zusammengeschlagen. Bei der anschliessenden Verhaftung verhielt er sich renitent und ging auf die Polizisten los. Schliesslich hat sich der Täter auch wegen zwei Diebstählen im Kanton Zürich zu verantworten. Die Strafuntersuchung ist weitgehend abgeschlossen. Der Fall wird der Staatsanwaltschaft Luzern zur Anklageerhebung ans Kriminalgericht überwiesen.

scd