Gewerbegebäude Tribschen Luzern: CSS hält an Abrissplänen fest

Im Erweiterungsbau der CSS am Hauptsitz in Luzern sollen auch Co-Working-Spaces und Start-ups Platz finden. Eine Integration oder Verschiebung des umstrittenen Gewerbegebäudes würde dies erschweren, sagt die CSS-Leitung.

Hugo Bischof
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Das alte Gewerbegebäude an der Tribschenstrasse steht den Erweiterungsplänen für das CSS-Hauptgebäude (links) im Weg.

Das alte Gewerbegebäude an der Tribschenstrasse steht den Erweiterungsplänen für das CSS-Hauptgebäude (links) im Weg.

Bild: Pius Amrein (12. August 2020)

Die CSS-Versicherung hält an ihren Plänen für die Erweiterung ihres Hauptsitzes an der Tribschenstrasse 21 in Luzern unverändert fest. Für den vorgesehenen Erweiterungsbau soll das unmittelbar benachbarte 87-jährige Gewerbegebäude des Luzerner Architekten Carl Mossdorf abgerissen werden. Gegen dessen Abriss wehren sich Architektenverbände und der Innerschweizer Heimatschutz seit mehreren Jahren. Man habe verschiedene Möglichkeiten zur Integration des Gewerbegebäudes in den Erweiterungsbau geprüft, sagten Philomena Colatrella, CEO der CSS, sowie Nicola Fuso, Leiter Immobilien, gestern an einer Medienorientierung. Eine Integration wäre zwar «technisch machbar», lautete das Fazit. Aber, so Fuso:

«Der Verlust an Nutzfläche wäre viel zu gross.»

Auch die vor kurzem ins Spiel gebrachte Idee einer Verschiebung des Gewerbegebäudes wurde von der CSS ernsthaft geprüft. Auch das wäre «technisch umsetzbar», sagte Fuso, jedoch für die CSS ebenfalls «in vielerlei Hinsicht mit Einbussen verbunden». So wäre eine gute städtebauliche Anbindung des Gewerbegebäudes an den CSS-Erweiterungsbau wegen der unterschiedlichen Geschosshöhen schwierig, betonte Fuso: «Eine gut in den Betrieb eingebundene Nutzung für die CSS ist deshalb praktisch ausgeschlossen.» Dazu kämen auch Fragen der Nutzung von öffentlichem Grund und der Rücksichtnahme auf die benachbarten Wohngebäude.

Wichtiger Zeuge des «Neuen Bauens»

Das 1933 errichtete Gewerbegebäude steht zwar nicht unter Denkmalschutz. Für die Architektenverbände und den Innerschweizer Heimatschutz (IHS) gilt es jedoch als wichtiger Zeuge des «Neuen Bauens» der damaligen Zeit. Der IHS hat seinen Rekurs gegen das Rückbaugesuch vor kurzem vor Bundesgericht weitergezogen. Philomena Colatrella, CEO der CSS, sagte am Freitag:

«Wir warten nun den Entscheid des Bundesgerichts ab und entscheiden danach über das weitere Vorgehen.»

Im Idealfall solle der Erweiterungsbau 2024 in Betrieb genommen werden, sagte Nicola Fuso.

Einer der grössten Arbeitgeber in der Stadt Luzern

Mit über 1470 Mitarbeitenden ist die CSS-Versicherung einer der grössten Arbeitgeber in der Stadt Luzern. Die meisten Arbeitsplätze befinden sich im CSS-Hauptgebäude an der Tribschenstrasse 21. Daneben arbeiten zurzeit rund 200 Personen in Büros in unmittelbarer Nachbarschaft, etwa in der Rösslimatt 38/40, wo die CSS eingemietet ist. Dank Neubau sollen auch diese Arbeitsplätze in den Hauptsitz integriert werden.

Der Erweiterungsbau solle auch Platz für Innovation bieten, sagte Colatrella: «Die CSS beabsichtigt, in Start-ups zu investieren und diesen den notwendigen Raum für die Entwicklung ihrer Ideen zu geben.» Auch Co-Working-Spaces seien denkbar. «Aus diesem Techno-Park entstehende Ideen und Projekte werden auf die Stadt und den Kanton ausstrahlen.» Der Neubau solle auch ein öffentlicher Ort der Begegnung werden, «an dem Gesundheitsthemen verständlicher gemacht werden».