Gibt es Sparbillette neu auch im Passepartout Tarifverbund? Drei Luzerner Parteien machen Druck

Der Luzerner Regierungsrat wird aufgefordert, sich beim Passepartout Tarifverbund für tiefere Preise stark zu machen. Der Verbund ist von der Idee nicht abgeneigt.

Niels Jost
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Ein Interregiozug passiert aus Richtung Luzern kommend den Bahnhof in Buchrain. (Bild: Pius Amrein, Buchrain, 17. Juli 2015)

Ein Interregiozug passiert aus Richtung Luzern kommend den Bahnhof in Buchrain. (Bild: Pius Amrein, Buchrain, 17. Juli 2015)

In einem Postulat fordern SP, Grüne und Grünliberale des Kantons Luzern, dass im Passepartout Tarifverbund künftig Sparbillette angeboten werden. Die tieferen Preise sollen nicht nur den Konsumenten zugute kommen, sondern auch die Auslastung im ÖV verbessern sowie eine Verlagerung vom motorisierten Individualverkehr zu öffentlichen Verkehrsmitteln bewirken. Das schreiben Hasan Candan (SP, Luzern), Andreas Hofer (Grüne, Sursee) und András Özvegyi (GLP, Luzern).

Sparbillette werden aktuell auf zahlreichen Strecken der SBB angeboten – nicht aber innerhalb von Verbünden wie dem Passepartout Tarifverbund, zu dem die Kantone Luzern, Nid- und Obwalden sowie zwölf Transportunternehmen gehören. Das führe zu «absurden» Situationen: So könne es vorkommen, dass Zugfahrer dank reduzierter Preise für die Strecke Luzern-Olten weniger zahlen, als für die kürzere Strecke Luzern-Sursee, da diese innerhalb des Tarifverbundes liegt.

Schweizer Verbünde prüfen derzeit gemeinsame Lösung

Auf Anfrage beim dafür zuständigen Verkehrsverbund Luzern heisst es, dass die Einführung von Sparbilletten derzeit von den Schweizer ÖV-Verbünden gemeinsam geprüft werde. «Einzellösungen wollen wir vermeiden», sagt Mediensprecher Romeo Degiacomi. Die Diskussion der nationalen Gremien wolle man nun abwarten. «Erst dann entscheiden wir über eine mögliche Einführung.»

Degiacomi betont, dass es bereits jetzt Bestrebungen gebe, eine Verlagerung von Fahrten ausserhalb der Hauptverkehrszeiten zu erreichen, etwa mit dem 9-Uhr-Abo. Zudem bestehe bei Verbünden die Schwierigkeit, dass ein Sparbillett kaum an eine bestimmte Verbindung gebunden werden könne, da es viele verschiedene Wege zu einem Zielort gebe.

Die SBB haben hier ein einfacheres Spiel: Die Sparbillette sind jeweils an eine konkrete Verbindung geknüpft. Mediensprecher Martin Meier bestätigt, dass es ein Kundenbedürfnis nach vergünstigten Tarifen gibt. Die Bundesbahnen stünden daher in Kontakt mit den Verbünden, um allfällige weitere Angebote zu prüfen.