Gifteleien und ein Umweltskandal: Im Schlierbacher Theater wird schmutzige Wäsche gewaschen

Im neuen Dreiakter der Theatergruppe Schlierbach stinkt es gewaltig. Eine Krisensitzung soll das Problem lösen.

Yvonne Imbach
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Das Ensemble bewies bei einer der letzten Proben, dass die Premiere kommen darf. (Bild: Yvonne Imbach, Schlierbach, 18. November 2019)

Das Ensemble bewies bei einer der letzten Proben, dass die Premiere kommen darf. (Bild: Yvonne Imbach, Schlierbach, 18. November 2019)

Im Restaurant Sternen war es sicher schon gemütlicher. Während das Wirtspaar in den Ferien weilt, schmeisst Tochter Angela den Betrieb. Ihr Grossvater leistet ihr Beistand, auch bei anspruchsvolleren Gästen wie dem Strassenwischer Strübli, der gerne zu tief ins Glas schaut, oder dem arroganten Fabrikantenpaar Vogel.

Aufregung macht sich breit, als im nahen Wald umgekippte Fässer eine stinkende, vermutlich giftige, Masse freigeben. Das Dorf hat einen waschechten Umweltskandal. «Die Bevölkerung wird gebeten, Wasser abzukochen und abends zur Krisensitzung in den Sternen zu kommen», tönt es aus Lautsprechern. Gut, dass Wirt Felix Fröhlich, der auch Gemeindeammann ist, mit seiner Gattin inzwischen aus den Ferien zurückgekehrt ist.

Träfe Sprüche und kleine Gifteleien

Obwohl das Stück «He-het kei Wärt» aus der Feder von Hans Wälti einen ernsthaften Hintergrund beinhaltet, darf in der Mehrzweckhalle Schlierbach herzhaft gelacht werden. Träfe Sprüche und kleine Gifteleien innerhalb der Dorfbevölkerung auch abseits der Giftfässer sorgen für sehr gute Unterhaltung. Zwölf Spieler sorgen für pointenreiche Dialoge und allerhand Turbulenzen. Wie die sich gegenseitig anklagenden Dorfbewohner doch wieder zu einer friedlichen Gemeinschaft zusammenfinden, darf ab Samstagabend erlebt werden.

Regie führt Kurt Burri, in Schlierbach das zweite Mal. Jahrelang leistete er Regiearbeit beim Theater Littau und plant, auf seinen 70. Geburtstag hin kürzerzutreten. «Diese Produktion ist meine letzte grosse Regiearbeit», verrät er an einer der Proben.

«Dieses Stück wurde hier in Schlierbach vor 20 Jahren zwar schon einmal gespielt. Aber ich wollte keine Kopie inszenieren, es ist also auch für Stammzuschauer anders.»

Schön, dass von den zwölf Spielerinnen und Spielern vier dabei sind, die schon bei der Produktion vor zwei Jahrzehnten auf der Bühne standen. «Allerdings hat niemand die gleiche Rolle wie damals», so Burri.

Dem Ensemble gelingt ein herzerwärmendes und munteres Spiel, dem man nicht anmerkt, dass fünf junge Spieler erstmals in eine Rolle schlüpfen. Alle beweisen sich als textsicher und wissen, wann sie wo zu stehen und zu agieren haben. Bei diesem Stück ist es besonders wichtig, in der Rolle zu bleiben, da man auch ohne Text agiert.

Hinweis: Aufführungen: 23. November (Premiere), 26., 29. und 30. November, jeweils um 20.15 Uhr. 24. November um 13.30 Uhr. Mehrzweckhalle Schlierbach. Reservation: Telefon 0765838665 oder unter www.tgschlierbach.ch.