Gipfeltreffen zum 60.

Das gab es noch nie: «Fremde» Zünfte am legendären Herrenabend des Lozärner Fasnachtskomitees. Altersmilde anlässlich des 60. Geburtstags?

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Beim Herrenabend des Lozärner Fasnachtskomitees gings drunter und drüber. Im Bild von links: LFK-Präsident Beat Niederberger, Vizepräsident Flavio Bezzola und Weibel Franz Stalder. (Bild: Remo Nägeli/Neue LZ)

Beim Herrenabend des Lozärner Fasnachtskomitees gings drunter und drüber. Im Bild von links: LFK-Präsident Beat Niederberger, Vizepräsident Flavio Bezzola und Weibel Franz Stalder. (Bild: Remo Nägeli/Neue LZ)

Die Zünftigen und Ehrenfesten brüllen wie seit eh und je. Es braucht einzig das Zauberwort «Huerenaff», und schon schallt es im Gesellschaftshaus der Maskenliebhaber in der Luzerner Altstadt volles Rohr zurück. 126 gestandene Mannen sitzen am gestrigen Abend herausgeputzt im gediegenen Saal – die Einladung zum alljährlichen Empfang des Lozärner Fasnachtskomitees (LFK) schlägt man nur im Notfall aus.

Korb von den Regierungen

Doch etwas ist heuer an diesem sogenannten Herrenabend anders. Dergestalt anders, dass im Vorfeld – so verströmen es zumindest die Dämpfe aus der Gerüchteküche – im LFK-Altherrenkreis einige Nasen gerümpft worden seien. Anlässlich des 60. Geburtstags des LFK entschieden sich nämlich die Fasnachtsgewaltigen, dass erstmals auch «fremde» Zünfte eingeladen werden. Ob beim Entscheid Altersmilde mitspielte? Jedenfalls tafelten Zunft zum Dünkelweiher, Zunft zur Reuss und die Littauer Mättli-Zunft zusammen mit den ordentlichen Komitee-Rüüdigen von Maskenliebhaber-Gesellschaft, Fidelitas Lucernensis, Zunft zu Safran und Wey-Zunft. So ein fasnächtliches Gipfeltreffen gab es noch nie. LFK-Präsident Beat Niederberger war bewegt: «Dieser Abend wird mir immer in Erinnerung bleiben. Wir zeigen den Luzerner Zünften, wie wir beim LFK Fasnacht machen.» Die eingeladenen Politiker aus Regierungsrats- und reglemtierfreudigen Stadtratskreisen hatten dem LFK dem Vernehmen nach einen höflichen Korb gegeben.

Bild: Remo Naegeli/Neue LZ
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«Das Luzerner Fasnachtskomitee sucht die Superdomina» (Bild: Remo Naegeli/Neue LZ)
Das LFK sucht die Super Domina. Die Dominas, die zur Wahl stehen: Vanesa,  Aeschbaecherli Aisha und Dora v.l.n.r. (Bild: Remo Naegeli/Neue LZ)
Das LFK sucht die Super Domina. Die Dominas, die zur Wahl stehen: Vanesa,  Aeschbaecherli Aisha und Dora v.l.n.r. (Bild: Remo Naegeli/Neue LZ)
Das Lozärner Fasnachtskomitee sucht am Herrenabend die Super Domina. HIer die zwei Dominas Aisha und Aeschbaecherli. (Bild: Remo Naegeli/Neue LZ)
Das Lozärner Fasnachtskomitee sucht am Herrenabend die Super Domina. HIer die zwei Dominas Aisha und Aeschbaecherli. (Bild: Remo Naegeli/Neue LZ)
«Das Luzerner Fasnachtskomitee sucht die Superdomina» (Bild: Remo Naegeli/Neue LZ)
«Das Luzerner Fasnachtskomitee sucht die Superdomina» (Bild: Remo Naegeli/Neue LZ)
Domina Aeschbächerli. (Bild: Remo Naegeli/Neue LZ)

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Fritschivater gibt Gas

Es wurde ein Vorfasnachtsabend der rüüdig verreckten, ganz passablen und wenigen lahmen Witze und Zoten, verpackt in zünftige Büttenreden und actiongeladene Produktionen – ganz nach dem Geschmack der Huerenaffen. Ein gelungenes Beispiel? Voilà: «Das neue städtische Fasnachtsreglement kann man downloaden unter www.debona.ch

Höhepunkte bis Redaktionsschluss: die Castingshow «Das Lozärner Fasnachtskomittee sucht die Superdomina» von Fidelitas-Dominus Harry Gisler alias Sven Epiney, die Alpengebetsrufe von Wey-Zunfmeister «Glungge-Werni» Rast. Und für die vor Sprachwitz und gelungenen Reimen sprühende Rede von Fritschivater Karl Bucher, der die Gäste als «Teenagerzünfte» bezeichnete, gabs gar Standing Ovations. Ein Müsterchen: «Stämmer im Elemänt ond voll uf Trab – das brengt d Fasnacht schnell is Grab.»

Jérôme Martinu / Neue LZ