Gisela Widmer Reichlin soll Adligenswiler Gemeinderätin werden

Die SP schlägt Gisela Widmer Reichlin als Nachfolgerin für den zurücktretenden Gemeinderat Pascal Ludin vor. Die 44-Jährige setzt sich unter anderem für familienergänzende Strukturen ein.

Hugo Bischof
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Die SP schickt Gisela Widmer Reichlin ins Rennen um den frei werdenden Gemeinderatssitz. (Bild: Nadia Schärli, Adligenswil, 27. März 2019)

Die SP schickt Gisela Widmer Reichlin ins Rennen um den frei werdenden Gemeinderatssitz. (Bild: Nadia Schärli, Adligenswil, 27. März 2019)

Die 44-jährige Gisela Widmer Reichlin ist von der SP Adligenswil als Nachfolgerin für den vorzeitig zurücktretenden Adligenswiler SP-Gemeinderat Pascal Ludin nominiert worden. Die Wahl fand am Dienstagabend an der SP-Generalversammlung statt. Elf Parteimitglieder waren anwesend. «Die Wahl fiel einstimmig aus», sagt Silvie Grünwald, Co-Präsidentin der SP Adligenswil.

Der 40-jährige Pascal Ludin (SP) gab kürzlich überraschend seinen Rücktritt als Finanzvorsteher von Adligenswil bekannt. Er wird seine Tätigkeit per Juni 2019 beenden, ein Jahr vor Ablauf seiner Amtszeit. Als Grund nannte Ludin eine berufliche Neuorientierung, «die mit dem aktuellen 25-Prozent-Pensum im Gemeinderat nicht mehr vereinbar wäre».

Offen für Ressort Finanzen

Gisela Widmer Reichlin ist Gymnasial- und Berufsschullehrerin und hat eine Ausbildung als Museums- und Kunstpädagogin. Bis im vergangenen Sommer unterrichtete sie am Berufsbildungszentrum BBZB Weggismatt in Luzern im Fachgebiet Goldschmied. Sie führt auch ein eigenes Atelier für Gestaltung in Adligenswil. Sie ist verheiratet, hat zwei Töchter und war in Adligenswil bereits in verschiedenen politischen Kommissionen tätig. Aktuell ist sie Präsidentin der Bildungskommission und der Kommission Schulische Dienste. Seit 2018 ist sie Co-Präsidentin der SP Adligenswil. Zurzeit kandidiert sie auch als Vertreterin der SP für den Luzerner Kantonsrat.

Widmer lebt seit 2012 in Adligenswil. Dank ihrer Kommissionsarbeit habe sie viele Einblicke in das politische Leben der Gemeinde gewinnen können. Sie betont:

«Mir liegt daran, Adligenswil weiter zu entwickeln.»

Wird sie bei einer allfälligen Wahl das Ressort Finanzen von Pascal Ludin übernehmen? «Ich bin da offen», sagt sie. Wichtige Themen seien etwa die Schulraumplanung und die Weiterentwicklung des vor kurzem eingeführten Geschäftsführer-Modells, so Widmer. Auch bei den familienergänzenden Strukturen will sie einen Schritt weitergehen: 

«Beruf und Familie müssen vereinbar sein.»

Vordringlich sei es zudem, die überregionale Zusammenarbeit weiter zu pflegen. Als Beispiele nennt sie die Musikschule, soziale Institutionen und die Schulischen Dienste.

Am Herzen liegt Gisela Widmer auch das kürzlich eröffnete Pflegezentrum Riedbach. Vor allem die FDP wirft dem Gemeinderat und der Riedbach AG bei dessen Planung mangelnde Kontrolle vor, was zu Mehrkosten führte. Der Gemeinderat hat deshalb eine unabhängige Untersuchung bewilligt. «Es ist wichtig, dass die Abläufe durchleuchtet werden und volle Transparenz geschaffen wird», sagt Widmer dazu.

Grüne werden die SP «voll unterstützen»

Die Ersatzwahl findet am 16. Juni statt. Wahlvorschläge müssen bis Montag, 29. April, 12 Uhr, bei der Gemeindekanzlei eintreffen. Die SP hofft auf eine stille Wahl. «Unser Vorstand ist bereits im Austausch mit den anderen Parteien», sagt Silvie Grünwald. Sie betont: «Gestützt auf die Kantonsratswahlen 2015, bei denen die SP/Juso einen Wähleranteil von 18,2 Prozent erreichte, ist für uns klar, dass der SP weiterhin ein Platz im Gemeinderat Adligenswil zusteht.»

Die Grünen werden gemäss ihrem Parteipräsidenten Andreas Heggli die Kandidatur von Gisela Widmer Reichlin «aktiv unterstützen». Die CVP will zunächst die Reaktionen der anderen Parteien abwarten. FDP und SVP schliessen eigene Kandidaturen zum jetzigen Zeitpunkt nicht aus. Zurzeit haben FDP, SP und SVP im Gemeinderat Adligenswil je einen Sitz, die CVP deren zwei.