Wegen Babyboom: Gisikon muss mehr Schulraum schaffen

In den vergangenen paar Jahren wurden in Gisikon ausserordentlich viele Kinder geboren. Jetzt prüft der Gemeinderat den Bau eines neuen Schulhauses inklusive Turnhalle. Der recht tiefe Steuerfuss sollte dafür nicht erhöht werden müssen.

Gabriela Jordan
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Das Schulhaus Mühlematt wird für die wachsende Schülerzahl schon bald zu klein sein. In der Nähe des bestehendes Gebäudes soll deshalb ein zusätzliches errichtet werden. (Bild: Jakob Ineichen (Gisikon, 12. August 2018))

Das Schulhaus Mühlematt wird für die wachsende Schülerzahl schon bald zu klein sein. In der Nähe des bestehendes Gebäudes soll deshalb ein zusätzliches errichtet werden. (Bild: Jakob Ineichen (Gisikon, 12. August 2018))

Mehr als 100 Kinder besuchten im vergangenen Schuljahr den Primarunterricht in Gisikon. Die Gemeinde rechnet damit, dass es in zwei bis drei Jahren ungefähr 20 Kinder mehr sein werden und somit eine zusätzliche Klasse geschaffen werden muss. Damit das Schulhaus Mühlematt dann nicht aus allen Nähten platzt, braucht es dringend mehr Platz. Eine neu gegründete Baukommission prüft nun die verschiedenen Möglichkeiten. In Betracht gezogen wird ausserdem der Neubau einer Einfach-Turnhalle.

Grund für die steigenden Schülerzahlen ist die rege Bautätigkeit in Gisikon sowie in Honau – Honauer Kinder besuchen nämlich ebenfalls die Primarschule in Gisikon. Hinzu kommt, dass in den letzten drei bis vier Jahren mehr Kinder geboren wurden, als von der Gemeinde prognostiziert. «Schülerzahlen vorauszusagen ist generell sehr schwierig», sagt Gemeinderätin Jacqueline Knüsel-Meier (parteilos). «Erstens schwankt die Geburtenrate, zweitens können auch Zu- oder Wegzüge von Familien grosse Abweichungen zur Folge haben.» In spätestens drei Jahren wird die Schule Gisikon daher mindestens eine Klasse mehr führen müssen, ist Knüsel überzeugt. Die Sekundarschule absolvieren die Kinder in der Nachbargemeinde Root.

Fächer müssen aus Platzmangel doppelt unterrichtet werden

Knapp sei der Platz in manchen Bereichen zudem schon jetzt. Weil beispielsweise das Unterrichtszimmer für das Fach Handarbeit sehr klein sei, müssten Klassen dafür in zwei Gruppen unterteilt werden. «Dadurch braucht es doppelt so viele Lektionen, was die Gemeinde folglich auch mehr kostet», so Knüsel. Bis spätestens 2021 soll es in unmittelbarer Nähe zum jetzigen Schulhaus deshalb vier bis sechs Schulräume mehr geben. Wie Knüsel betont, ist die Planung für das Bauprojekt aber noch ganz am Anfang. Ob sich die Gemeinde zum Beispiel für eine Erweiterung des bestehenden Gebäudes oder für neue Modulbauten entscheidet, ist daher noch völlig offen. Unklar sind momentan deshalb auch die Kosten.

«Das starke Wachstum unserer Gemeinde setzte erst in den letzten fünf Jahren ein. Der Gemeinderat konnte damals nicht wissen, wie sich das genau auswirken wird.»

Allzu lange her ist es indes nicht, seit das Schulhaus Mühlematt errichtet wurde. Der rund zwei-Millionen-teure-Bau entstand um die Jahrhundertwende. Dennoch ist Knüsel der Ansicht, dass er damals nicht grösser hätte dimensioniert werden sollen. «Die Bautätigkeit und das darauffolgende starke Wachstum unserer Gemeinde setzte erst in den letzten fünf Jahren ein. Der Gemeinderat konnte damals ausserdem nicht wissen, wie sich das genau auswirken wird und welche Leute die neuen Quartiere anziehen werden.»

Steuern sollen nicht erhöht werden

Gleicher Meinung ist Gemeindepräsident Alois Muri (parteilos). «Wir haben damals gut gebaut – das Gebäude aus Holz sieht ausserdem sehr schön aus. Wenn möglich soll der Neubau im gleichen Stil sein.» Übermässig teuer soll er jedoch nicht werden: Das Ziel des Gemeinderats ist, dass durch das Bauprojekt keine Steuerfusserhöhung vorgenommen werden muss. Mit 1,7 Einheiten zählt Gisikon heute zu den steuergünstigeren Gemeinden des Kantons Luzern. Gemäss der Rechnung 2017 verfügt Gisikon aktuell über ein Eigenkapital von rund zwei Millionen Franken. Muri: «Finanziell sind wir im Moment gut aufgestellt. Das Bauprojekt sollte sich deshalb ohne Steuererhöhung stemmen lassen können.»

Nebst Gisikon stehen auch andere Luzerner Gemeinden vor Investitionen in die Schulinfrastruktur – oder haben sie bereits getätigt. Aktuell ist die Stadt Luzern daran, in Littau das neue Schulhaus Staffeln zu bauen, welches das grösste Primarschulhaus des Kantons werden wird. Ebenfalls in der Stadt soll ab 2021 das Schulhaus St. Karli saniert werden, ab 2019 werden in der Schulanlage Würzenbach aus Platzmangel zudem Modulbauten benötigt. In Emmen wird nächstes Jahr die Schulanlage Erlen um einen Trakt erweitert. Und auch in Horw und Kriens soll der Schulraum in den nächsten Jahren ausgebaut werden – wie in Gisikon dürften die Schülerzahlen dort aufgrund des aktuellen Baubooms stark zunehmen.