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Gisikon-Root: Biberdämme an der Autobahn müssen weichen

Der Binnenkanal der Autobahn A14 wird seit längerer Zeit von Bibern bewohnt. Genauer: Innerhalb des Ausfahrtsohrs der Autobahn. Dieser Biberdamm wurde bereits im Jahr 2017 abgesenkt, damit der Strassenunterbau nicht aufweicht. Nun muss er gänzlich weichen.
Stefanie Geske
Ein Biber knabbert die Rinde von Weidenästen ab. (Symbolbild: Keystone)

Ein Biber knabbert die Rinde von Weidenästen ab. (Symbolbild: Keystone)

Warum muss der Biberdamm weg? Bei Bauarbeiten werden die Durchlässe des Binnenkanals und des Lölibaches erneuert. Hierfür müssen gemäss der Dienststelle für Landwirtschaft und Wald die Wasserstände des Binnenkanals sowie des Lölibaches im Bereich der Durchlässe temporär auf ein Minimum abgesenkt werden können, heisst es im aktuellen Luzerner Kantonsblatt. Zudem müsse der abgelagerte Schlamm ausgebaggert werden können.

Beim «Ausfahrtsohr» der Autobahn A14 befindet sich der Biberdamm. (Screenshot: Google Maps)

Beim «Ausfahrtsohr» der Autobahn A14 befindet sich der Biberdamm. (Screenshot: Google Maps)

Kleintiere können Bach nicht passieren

Zudem gebe es die Auflage des Bundesamtes für Umwelt, dass die Durchlässe beim Binnenkanal kleintierdurchgängig gestaltet werden müssen. Diese könne nach der Sanierung allerdings nur dann gewährleistet werden, wenn der Wasserpegel beim besagten Durchlass mittelfristig ein bestimmtes Niveau nicht übersteigt. Ein Wiederaufbau des Biberdammes könne die Funktion des Kleintierdurchgangs demzufolge beeinträchtigen oder verunmöglichen. Darum fordert das Bundesamt für Strassen die komplette Entfernung des Biberdammes für die Zeit während der Bauarbeiten. Ebenfalls gefordert wird bis zum 31. Dezember 2036 die Möglichkeit, Biberdämme absenken oder entfernen zu dürfen, wenn diese die Kleintierdurchgängigkeit beeinträchtigen.

Gemäss der kantonalen Dienststelle seien die beantragten Massnahmen während der Bauphase nach gründlicher Interessensabwägung «unumgänglich und verhältnismässig». Somit wurde unter Auflagen zugestimmt, dass nötigenfalls für einen Zeitraum von nur 5 statt der beantragten 15 Jahre eingegriffen werden dürfte, sollte wieder ein Biberdamm entstehen. Dies, damit auch Kleintiere langfristig die Durchlässe beim Binnenkanal passieren können.

Einsprache bei kantonaler Dienststelle möglich

Gegen diesen Entscheid kann bis zum 18. August Einsprache erhoben werden. Die Dienststelle für Landwirtschaft und Wald steht mit der Biberfachstelle des Bundes und Pro Natura in Kontakt. Beide Ansprechpartner wissen um das Projekt und waren bis am Freitagabend für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Die Gesamtkosten für die Sanierung des Autobahnanschlusses Gisikon-Root betragen rund 26 Millionen Franken. Die Kosten für die Entfernung der Biberdämme sind darin enthalten. Die Bauvorarbeiten beginnen Ende August, die Hauptarbeiten im Frühjahr 2020. Die Gesamtsanierung des Anschlusses soll bis Ende 2021 fertiggestellt sein.

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