GISIKON-ROOT: Mehr Platz für weniger Verkehr

Seit Samstag rollt wieder der Verkehr auf der K 17. Vom Umbau der Kantonsstrasse profitieren (fast) alle.

Simon Bordier
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Von links: Der Rooter Gemeindepräsident Heinz Schumacher, Regierungspräsident Robert Küng und der Gisiker Gemeinderat Josef Lötscher am Samstag beim gemeinsamen Spaziergang auf der umgebauten K 17, bevor diese dem Verkehr übergeben wurde. (Bild Boris Bürgisser)

Von links: Der Rooter Gemeindepräsident Heinz Schumacher, Regierungspräsident Robert Küng und der Gisiker Gemeinderat Josef Lötscher am Samstag beim gemeinsamen Spaziergang auf der umgebauten K 17, bevor diese dem Verkehr übergeben wurde. (Bild Boris Bürgisser)

«Die neu gestaltete Kantonsstrasse K 17 zwischen Gisikon und Root gehört zu den wenigen Strassenbauprojekten, die nicht auf mehr, sondern auf weniger Verkehr zurückzuführen sind.» Das betonte der Luzerner Regierungsrat Robert Küng am Samstag in Root in seiner Rede zur Eröffnung der umgebauten Strasse.

35 Prozent weniger Verkehr

Der Regierungspräsident und Vorsteher des Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartements verwies damit auf die Vorgeschichte des zwölf Millionen teuren Bauprojekts: Seit der Eröffnung des Autobahnzubringers Rontal im Juni 2011 hat der Verkehr im Dorfzentrum von Root um rund 35 Prozent abgenommen, weshalb die ohnehin sanierungsfällige Kantonsstrasse den neuen Verhältnissen angepasst wurde.

Nach fast zweijähriger Bauzeit sei nun, so die Bilanz von Kantonsingenieur Rolf Bättig, «die Verkehrssicherheit erhöht, der öffentliche Verkehr gestärkt und das Strassenbild aufgewertet» worden. Auf einer Strecke von fast zwei Kilometern sind verbreiterte Fahrbahnen und Trottoirs, zwei Minikreisel und elf Fussgängerübergänge mit Mittelinseln zu sehen.

Zudem wurden die Busbuchten aufgehoben, so dass sich die Busse beim Halten nicht mehr aus dem Verkehr aus- und wieder einzuklinken brauchen. Weniger augenfällig sind die Werkleitungen, die im gleichen Zug erneuert wurden.

«Kein Platz für Velospur»

Nach einer durchgängigen Velospur hält man auf den beiden umgebauten Kilometern allerdings vergeblich Ausschau. Dass das «neue Aushängeschild des Kantons» (Robert Küng) zwei Meter breite Trottoirs vorsieht, nicht aber eine eigene Fahrbahn für Zweiräder, begründet der Regierungspräsident auf Nachfrage so: «Aus Platzgründen wäre höchstens eine gemeinsame Spur für Fussgänger und Velos in Frage gekommen. Doch dieses Mischsystem wäre gefährlicher gewesen als die jetzige Lösung, bei der die Velofahrer von einer verbreiteten Hauptfahrbahn und von Sicherheitsmassnahmen wie Verkehrsinseln profitieren.»

Leidenszeit endlich vorbei

Heinz Schumacher, Gemeindepräsident von Root, verwies in seiner Ansprache auf weitere Neuerungen: «Ich freue mich, dass auch viele Anstösser die Gelegenheit genutzt haben, um ihre privaten Grundstücke zu renovieren.» Überhaupt habe die Dorfbevölkerung für die langen und beschwerlichen Bauarbeiten an der Hauptverkehrsader viel Verständnis aufgebracht. «Vor allem das Gewerbe litt, da die Kundschaft teilweise ausblieb. Aber dichtgemacht hat deswegen niemand», versicherte Schumacher auf Nachfrage. Nun könnten die Läden und Geschäfte – und mit ihnen die ganze Bevölkerung – von den neu geschaffenen Räumen profitieren.

Das Gewerbe in Root feierte die Eröffnung am Samstag mit einem Strassenfest. Bei sonnigem Wetter nahmen rund 1000 Besucher die neue K 17 in Beschlag, bevor sie am Nachmittag für den motorisierten Verkehr freigegeben wurde.