Glasfasernetz
Luthern wird Partner von Quickline ‒ Bau des Glasfasernetzes ist jedoch in Verzug

In Luthern wird derzeit jedes Gebäude an das Glasfasernetz angeschlossen, welches auf Initiative der Gemeinde gebaut wird. Dabei ist sie darauf angewiesen, dass die Luthertaler das Angebot der Gemeinde von Quickline wählen.

Fabienne Mühlemann
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Weiterer Meilenstein im Projekt «Glasfaser für alle» – so titelte die Gemeinde Luthern ihre Mitteilung vom 29. März 2021. In dieser teilte sie mit, dass Luthern Partner von Quickline wird. Der Gemeindepräsident Alois Huber freute sich in der Mitteilung über die Partnerschaft: «Vom Gedankengut her passt der Quickline-Verbund sehr gut zu uns. Er entstand aus unabhängigen Netzbetreibern, wie wir einer sind.»

Blick auf die Gemeinde Luthern.

Blick auf die Gemeinde Luthern.

Bild: PD

Zum Hintergrund: Die Luthertaler Stimmbevölkerung hatte am 17. Mai 2020 einem 3,6-Millionen-Sonderkredit für den Bau eines Glasfasernetzes mit einem Ja-Stimmen-Anteil von 75 Prozent zugestimmt. Das Projekt sieht vor, dass alle Gebäude im Luthertal bis Ende 2022 an das Glasfasernetz angeschlossen werden. Das Netz wird dereinst einer Länge von über 100 Kilometern entsprechen. Auch der Regionale Entwicklungsträger Region Luzern West unterstützt das Projekt. Dies vor dem Hintergrund, dass viele Gemeinden in abgeschiedenen Gebieten vor denselben Herausforderungen stehen und das Glasfaser-Projekt in Luthern als Lösungsmodell dienen kann.

Bisher rund neun Kilometer Leitungen verbaut

Die sechs Teilgebiete

Die sechs Teilgebiete

Bild: PD

Doch gerade weil es ein neues Modell darstellt, ist es zu Verzögerungen gekommen, erklärt Heini Walthert, Projektleiter von «Glasfaser für alle». «Wir liegen rund ein halbes Jahr hinter dem Fahrplan. Einerseits aufgrund der Pandemie. Andererseits, weil die Verhandlungen mit den potenziellen Internetdienstanbietern anspruchsvoller waren als gedacht.» Man habe bisher rund neun Kilometer Leitungen im ersten von sechs Teilgebieten – jenem, in welchem das Internet derzeit am schlechtesten ist – verbaut. Diese rund 50 Nutzer können ab dem 1. September 2021 Internet über das Glasfasernetz beziehen. Das sportliche Ziel, bis 2022 alle Gebäude an das Netz anzuschliessen, werde knapp. «Aber wir versuchen, es trotzdem zu erreichen», so Walthert, der 2020 nach über 20 Jahren aus dem Gemeinderat zurückgetreten ist.

Warum agiert die Gemeinde eigenständig?

Schnelles Internet ist Voraussetzung für neue Arbeitsformen, für den Datenverkehr von Unternehmen und auch von Landwirtschaftsbetrieben, den Austausch von Auszubildenden mit ihren Bildungsinstituten und vielem mehr. «Die grossen Schweizer Telekommunikationsunternehmen beschränken den Glasfasernetz-Ausbau auf die dicht besiedelten Gebiete, ländliche Gegenden werden vernachlässigt», sagt Heini Walthert. Ebenso führen sie das Glasfasernetz meistens nicht bis in die Gebäude hinein, sondern nur in die Strasse. Deshalb hat der Gemeinderat der Bevölkerung den eigenständigen Bau eines flächendeckenden Glasfasernetzes im Luthertal vorgeschlagen. Es soll die Attraktivität der Napfgemeinde erhöhen und der Abwanderung entgegenwirken.

Die Nutzer haben die Wahlfreiheit, von welchem Internetdienstleister sie Leistungen beziehen möchten. Grundsätzlich haben alle Telekommunikationsanbieter die Möglichkeit, ihre Produkte über das neue Glasfasernetz anzubieten. Durch die Partnerschaft mit Quickline kann die Gemeinde als Eigentümerin des Glasfasernetzes den Einwohnerinnen und Einwohner ein eigenes Angebot unterbreiten. «Quickline konnte das beste Preis-Leistungs-Verhältnis anbieten», sagt Walthert zum Entscheid für den Anbieter.

Nur dank Solidarität möglich

Heini Walthert

Heini Walthert

Bild: PD

Die Tarife könne man mit Quickline, wie an der Abstimmung versprochen, einhalten. Jeder Haushalt muss einmalige Erschliessungskosten von 2400 Franken für den Anschluss an das Glasfasernetz bezahlen. Ein Starterpaket mit TV, Telefonie und Internetabo gibt es für 49 Franken pro Monat. «Nur dank der Solidarität der Luthertaler ist dieses Generationenprojekt möglich», so Walthert. Nun hofft er auch darauf, dass sich die Einwohner für das Angebot der Gemeinde entscheiden. Er sagt:

«Denn ansonsten können die Kosten für das Glasfasernetz nicht amortisiert werden.»

Walthert sagt weiter: «Natürlich ist das Projekt sehr aufwendig, da alles neu für uns ist. Trotzdem sind wir stolz, dass es gut läuft und wir diesen Weg gehen. Das Projekt hat schliesslich eine regional ausstrahlende Wirkung.»

Hinweis: Die detaillierten Angebote von Quickline werden im Frühling auf der Website www.glasfaser-fuer-alle.ch publiziert.