Glasfasernetz
Nach Urteil gegen Swisscom: Sind auch Luzerner Gemeinden von Verzögerungen betroffen?

Genaue Aussagen zu den Auswirkungen des Urteils sind seitens Swisscom noch nicht möglich. Immerhin für Kriens gibt es Entwarnung.

Stefan Dähler
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Der Glasfaser-Ausbau könnte in der Schweiz ins Stocken geraten.

Der Glasfaser-Ausbau könnte in der Schweiz ins Stocken geraten.

Symbolbild: Carlo Reguzzi/Keystone

Die Meldung sorgte für Aufsehen: In der Folge eines Entscheids des Bundesverwaltungsgerichts könnte sich der Glasfasernetz-Ausbau in zahlreichen Gemeinden verzögern. Das Gericht bestätigte einen Entscheid der Wettbewerbskommission Weko, welcher der Swisscom untersagt, ihr Glasfasernetz künftig mit einer neu gewählten Bauweise zu realisieren. Es bestehe die Gefahr einer marktmissbräuchlichen Situation, weil andere Telekomfirmen, im Gegensatz zur früheren Bauweise, keinen Zugang mehr hätten zu einer eigenen Glasfaser.

Inwiefern ist der Kanton Luzern von Verzögerungen betroffen? Die Swisscom kann derzeit dazu keine Aussagen machen. «Die von den Anpassungen betroffenen Haushalte verteilen sich über die ganze Schweiz», so Mediensprecher Josef Huber. Man prüfe derzeit die Auswirkungen des Urteils.

Lücken gibt es in Kriens, Horw oder Buchrain

Viele grössere Luzerner Gemeinden sind bereits gut mit Glasfasern erschlossen, wie der Breitbandatlas des Bundes zeigt.

Grün bedeutet hohe Abdeckung mit Glasfaser, in den roten Gebieten ist sie noch schwach. Hier geht's zum interaktiven Breitbandatlas.

Grün bedeutet hohe Abdeckung mit Glasfaser, in den roten Gebieten ist sie noch schwach. Hier geht's zum interaktiven Breitbandatlas.

Bild: maps.admin.ch

Es gibt aber noch Lücken, etwa in Kriens, Horw oder Buchrain. Das sorgte auch schon für politische Diskussionen. In Kriens forderte die Mitte in einem Postulat den Stadtrat auf, sich für den raschen Ausbau einzusetzen.

In Kriens kommt eine andere Technologie zum Einsatz

Kriens ist von den Verzögerungen aufgrund des Gerichtsurteils nun nicht betroffen. Dort vollzieht die Swisscom den Glasfaser-Netzausbau gemeinsam mit Energie Wasser Luzern (EWL). Das Urteil betreffe die neuere Einfaser-Technologie P2MP (Point to Mulitpoint), die aktuell nur von Swisscom verwendet werde, sagt EWL-Mediensprecherin Petra Arnold. In Kriens hingegen komme die Vierfaser-Technologie P2P (Point to Point) zum Einsatz, die auch andere Anbieter benutzen und bereits in der Stadt Luzern verwendet wird. Der Ausbau in Kriens läuft derzeit und soll 2023 abgeschlossen sein. Der Stadtrat ist froh darüber. «Digitale Infrastruktur wie leistungsstarke Internetanschlüsse ist genau so wichtig wie funktionierende Verkehrswege», sagt Bauvorsteher Maurus Frey (Grüne). Eine leistungsstarke und zeitgemässe Breitbandversorgung trage «massgeblich zur Standortattraktivität der Stadt Kriens bei».

Die Gemeinde Horw hat noch keine Kenntnis über mögliche Auswirkungen des Urteils, wie es auf Anfrage heisst. Der Gemeinde Buchrain wurden bisher ebenfalls keine Verzögerungen angezeigt. Die Arbeiten am Glasfasernetz in Buchrain seien seit längerer Zeit am Laufen, schreibt Bauvorsteher Heinz Amstad (FDP) auf Anfrage. «Der Glasfaserausbau ist seitens der Gemeinde Buchrain schon lange sehr erwünscht und wir freuen uns auf das Ende der Bauarbeiten.»