Glasscheiben sind ein Vogelkiller

Jeden Tag fliegen Tausende Vögel frontal gegen Scheiben und sterben. Jetzt ist genug, sagt ein Luzerner Verband.

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Die Glasfront am Bourbaki-Panormaa ist für Vögel ein Problem. (Bild: Archiv Neue LZ)

Die Glasfront am Bourbaki-Panormaa ist für Vögel ein Problem. (Bild: Archiv Neue LZ)

In der Schweiz sterben pro Jahr mehrere Millionen Vögel. Sie sterben, weil sie mit Fenstern und anderen Glasflächen kollidieren. Dies zeigt eine Studie des Schweizer Vogelschutzes und der Vogelwarte Sempach. Denn das Glas bedeutet eine doppelte Gefahr für die Tiere: Entweder ist es durchsichtig und wird nicht als Hindernis erkannt, oder es reflektiert die Umgebung. Viele Vögel sterben nicht sofort, sondern erliegen später ihren inneren Verletzungen. Zudem werden tote Vögel schnell von Katzen und anderen Raubtieren gefressen.

Viele Gebäude könnten vogelfreundlicher gebaut werden. Das ist auch die Meinung der Regionalkonferenz Umweltschutz, dem die Gemeinden Adligenswil, Buchrain, Dierikon, Ebikon, Emmen, Horw, Kriens, Küssnacht, Luzern, Meggen, Root, Rothenburg und Udligenswil angehören. Die Gemeinden wollen sich nun dem Problem annehmen. In Diskussion sind laut Mitteilung vom Donnerstag beispielsweise Vorschriften im Rahmen des Baubewilligungsverfahrens. Zudem sollen «die gemeindeinternen Stellen, die sich mit Planungs- und Baufragen befassen, aber auch externe Planungs- und Baufachleute sensibilisiert werden», schreibt der Verband in einer Mitteilung. Eine erste Infoveranstaltung hat bereits stattgefunden.

pd/rem

Schutz für Vögel

Die Vogelwarte Sempach empfiehlt:
– beim Bau transparentes oder stark spiegelndes Glas vermeiden. Dafür geripptes,
   mattiertes, eingefärbtes Glas verwenden.
– sehr wirkungsvoll ist das Anbringen von senkrechten, 2 Zentimeter breiten
   Klebestreifen im Abstand von 10 Zentimetern.
– schwarze Vogelsilhouetten sind nicht zu empfehlen, da sie von Vögel nicht als
   potenzielle Feinde erkannt werden.
– verletzter Vogel in eine Kartonschachtel mit Luftlöchern legen und nach 1 bis 2
   Stunden im Freien starten lassen. Startet er nicht, Vogel in eine Pflegestation
   oder eine Kleintierpraxis bringen.

Weitere Infos und Tipps auf www.vogelglas.info