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Glaubwürdigkeit von Experten

Seit Februar untersucht Anina Hanimann, Doktorandin an der Universität Luzern, wann Expertenaussagen von Wählern und Politikern als glaubwürdig wahrgenommen werden und wann nicht. Am Forschungsprojekt «What policy actors believe in» (Deutsch: Woran politische Akteure glauben) arbeitet sie mit Andreas Balthasar, Professor für Politikwissenschaft. Für das Vorhaben, das dreieinhalb Jahre dauert, hat der Schweizerische Nationalfonds 290'000 Franken gesprochen.

Anina Hanimann, Sie wollen die Glaubwürdigkeit von Experten in der Schweiz untersuchen. Warum?

Seit den 1990er-Jahren sind viele Forschungsarbeiten erschienen, die untersuchen, welche Rolle Expertenwissen in der Politik spielt. Diese Art von Information wird von Politikern wie auch von Wählern mehr oder weniger stark genutzt. Die bisherige Forschung zeigt, dass Expertenwissen glaubwürdig sein muss, damit es genutzt wird. Das erscheint zunächst relativ logisch. Aber wann beurteilen Wähler und Politiker eine Expertenaussage als glaubwürdig? Und wovon hängt diese Beurteilung ab? Mit solchen Fragen beschäftigen wir uns. Dass es sich dabei um ein wichtiges Thema handelt, zeigt die aktuelle Diskussion um die postfaktische Gesellschaft, die den Wert von Expertenwissen in Frage stellt. Das kann auch für die Unis grosse Auswirkungen haben.

Welche Politikfelder und Experten stehen beim Projekt im Fokus?

Aktuell fokussieren wir uns auf Fragen aus der Gesundheitspolitik, wo fachliche Einschätzungen stark gefragt sind. Was die Experten und Expertinnen betrifft, so unterscheiden wir grundsätzlich Wissenschaftler, Experten aus der Verwaltung sowie Experten von Interessengruppen wie Branchenverbänden.

Wie gehen Sie bei der Analyse vor?

Zentraler Bestandteil der Analyse wird eine Online-Befragung von Parlamentariern sowie Wählern sein. Es wird darum gehen, herauszufinden, welche Faktoren für die Beurteilung eine Rolle spielen.

Gehen Sie dabei davon aus, dass Wähler leichtgläubiger sind als Parlamentarier?

Nicht zwingend und leichtgläubig ist das falsche Wort! Wir gehen auch von Unterschieden innerhalb der Wählerschaft aus. Abgesehen davon gibt es aber gute Gründe, zwischen diesen zwei Gruppen Unterschiede zu erwarten: Das Handeln von Politikern hat oft konkrete Folgen, wie eine Wahl oder Abwahl. Sie haben also etwas andere Motivationen, Informationen zu verarbeiten. Uns interessiert deshalb, wie Wähler und Parlamentarier in dieser Hinsicht «ticken» und wie sie welche Experten beurteilen. Letzteres ist auch deshalb interessant, weil Experten in der Schweiz teils eine Doppelrolle haben: Sie liefern einerseits wichtiges Fachwissen für die Politik, vertreten andererseits aber auch die Interessen ihrer Organisation. (gjo)

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